Taliban lösen Frauenrechtsproteste in Herat gewaltsam auf
Taliban lösen Proteste in Herat gewaltsam auf

In der westafghanischen Provinz Herat haben Sicherheitskräfte der Taliban eine Demonstration für Frauenrechte gewaltsam aufgelöst. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Augenzeugenberichte. Die Proteste seien ausgebrochen, als Sittenwächter versuchten, mehrere Frauen festzunehmen, weil sie sich angeblich nicht an die Kleiderordnung hielten. Ein Mensch wurde getötet, mehrere weitere Personen verletzt. Dutzende Menschen, darunter auch Mädchen, wurden festgenommen. Die Taliban-Behörden äußerten sich zunächst nicht zu möglichen Opfern oder Festnahmen.

Sittenpolizei bestreitet Festnahmen

Der Leiter der Sittenpolizei in Herat, Scheich Asisur Rahman Al-Muhadschir, wies Berichte über Festnahmen wegen Verstößen gegen die Verschleierungsvorschrift zurück. Seine Inspektoren hätten lediglich Anleitungen gegeben und das Bewusstsein für den islamischen Hidschab geschärft, zitierte ihn die staatliche Nachrichtenagentur Bachtar. Ein Sprecher der Polizei von Herat erklärte hingegen, die Versammlung im Gebiet Dschebrail habe Spannungen erzeugt und die öffentliche Ordnung gestört. Einige Anwohner sagten, die Sicherheitskräfte hätten auch Frauen ins Visier genommen, die sich an die Kleiderordnung hielten, die eine vollständige Bedeckung von Gesicht und Körper vorschreibt.

UNO kritisiert exzessive Gewalt

Die Vereinten Nationen kritisieren die Anwendung von Gewalt gegen dem Anschein nach friedliche Protestierende in Afghanistan. Der UNO-Sonderberichterstatter für Menschenrechte in Afghanistan, Richard Bennett, zeigte sich alarmiert über die exzessive Gewalt in Herat. Er forderte, die Spannungen abzubauen, die Meinungsfreiheit der Bürger zu respektieren und weitere Schäden zu vermeiden. Die Verantwortlichen für die Gewalt müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Bereits am Montag hatte die UNO-Hilfsmission in Afghanistan (UNAMA) ihre Besorgnis über Berichte geäußert, wonach Frauen im Westen des Landes wegen angeblicher Verstöße gegen die Kleidungsvorschriften festgenommen worden seien.

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Taliban schränken Frauenrechte massiv ein

Die Taliban erklären ihrerseits, die Rechte der Frauen in Übereinstimmung mit ihrer Auslegung des islamischen Rechts zu respektieren. Seit ihrer Machtübernahme im Jahr 2021 haben die Taliban die Rechte von Frauen und Mädchen massiv eingeschränkt. Dies betrifft alle Lebensbereiche, unter anderem den Zugang zu Bildung, Arbeit und Sport, aber auch die körperliche Unversehrtheit der Frauen. Diese Politik stößt international auf scharfe Kritik. Die jüngsten Ereignisse in Herat zeigen erneut die prekäre Lage der Frauen in Afghanistan unter der Herrschaft der Taliban.

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