Die Berliner Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren gegen einen ehemaligen Angestellten der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung eingeleitet. Dem Mann wird vorgeworfen, über einen längeren Zeitraum hinweg Gelder der Bundesstiftung in beträchtlicher Höhe für private Zwecke verwendet zu haben.
Vorwürfe der Untreue und weiterer Delikte
Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte, dass die Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue laufen. Im Zuge der rechtlichen Prüfung kämen jedoch auch Straftatbestände wie Urkundenfälschung, Betrug und Unterschlagung in Betracht. Zunächst hatte das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ über den Fall berichtet.
Details zu den unrechtmäßigen Transaktionen
Der ehemalige Mitarbeiter war offenbar für die Verwaltung der geschäftlichen PayPal- und Amazon-Konten der Stiftung zuständig. Laut Staatsanwaltschaft soll er über das PayPal-Konto mehr als 210.000 Euro auf sein privates Konto transferiert haben. Zudem soll er über den Amazon-Account private Waren im Wert von rund 30.000 Euro bestellt haben. „Für beide Vorgänge gab es keine dienstliche Veranlassung“, betonte der Sprecher. Hinweise auf mögliche Komplizen lägen derzeit nicht vor. Die Ermittlungen dauern an.
Reaktion der Stiftungsleitung
Roland Borchers, Direktor der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung, bestätigte die laufenden Ermittlungen und stellte klar, dass es sich um einen ehemaligen Mitarbeiter handele. „Der beschuldigte Mitarbeiter wurde bereits fristlos gekündigt“, sagte Borchers. Da es sich um ein laufendes Verfahren handele, wolle er sich zu weiteren Details nicht äußern.
Hintergrund zur Stiftung
Die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung wurde im Dezember 2008 vom Deutschen Bundestag als überparteiliche, unselbstständige Stiftung des öffentlichen Rechts gegründet. Sie steht unter der Trägerschaft der Stiftung Deutsches Historisches Museum und wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert. Ihr Zweck ist es, an die weltweite Zwangsmigration zu erinnern und die Auseinandersetzung mit Flucht und Vertreibung zu fördern.



