Genf – Ein neuer Bericht des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR zeigt, dass Deutschland Ende 2025 weltweit die zweitmeisten Flüchtlinge aufgenommen hat: 2,7 Millionen. Nur Kolumbien liegt mit 2,8 Millionen knapp davor. Diese Zahlen könnten politisch brisant sein, denn während in Deutschland vor allem Syrer, Afghanen und Ukrainer Schutz suchen, stammen die Flüchtlinge in Kolumbien hauptsächlich aus dem Nachbarland Venezuela.
Drei Gruppen von Flüchtlingen
Der UNHCR-Jahresbericht für 2025 unterteilt die Flüchtlinge in drei Kategorien: 27 Millionen Menschen, die nach der Genfer Flüchtlingskonvention Schutz vor Verfolgung erhalten, 7,2 Millionen mit anderem internationalen Schutzstatus und 1,5 Millionen Migranten in flüchtlingsähnlichen Umständen.
Größte Flüchtlingsgruppen in Deutschland
Die größte Gruppe in Deutschland stellen laut UNHCR die Ukrainer mit 1,2 Millionen – ein Rückgang von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Es folgen Syrer mit 668.600 (minus acht Prozent) und Afghanen mit 288.300 (plus drei Prozent).
Einbürgerungen senken die offizielle Zahl
Der Rückgang bei den Syrern ist vor allem auf die hohe Zahl von Einbürgerungen zurückzuführen. Seit der Flüchtlingskrise 2015/16 kamen mehr als eine Million syrische Asylbewerber nach Deutschland. Im laufenden Jahr stellten rund 4800 Syrer einen Erstantrag. Da nur wenige Tausend das Land verließen, sinkt die offizielle Zahl der syrischen Flüchtlinge hauptsächlich durch Einbürgerungen.
Top-6-Aufnahmeländer
Unter den sechs Ländern mit den meisten Flüchtlingen – die gemeinsam 36 Prozent aller Flüchtlinge weltweit aufnehmen – ist Deutschland der einzige westliche Staat. Nach Deutschland folgt die Türkei mit 2,4 Millionen (fast alle aus Syrien), dann Uganda (1,9 Millionen), Iran (1,7 Millionen) und Tschad (1,5 Millionen). In der Türkei sank die Zahl um 19 Prozent, was der Bericht auf freiwillige Rückkehrbewegungen syrischer Flüchtlinge zurückführt.



