Ukrainische Drohnen treffen Raffinerien in Saratow und Nischnekamsk – Brände ausgebrochen
Ukrainische Drohnen treffen Raffinerien in Saratow und Nischnekamsk

Die ukrainische Armee hat Russland erneut mit massiven Drohnenangriffen bis tief ins Hinterland überzogen und dabei gezielt die Ölindustrie des Gegners attackiert. In den Raffinerien von Saratow an der Wolga und Nischnekamsk in Tatarstan brachen Brände aus, wie ukrainische und russische Telegramkanäle berichteten. Der Angriff erfolgte in der Nacht zum 8. Juli 2026 und war Teil einer koordinierten Offensive, die auch andere Ziele umfasste.

Ein Toter in Saratow

In Saratow, rund 800 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, bestätigte Gouverneur Roman Bussargin den Tod eines Mannes. Er sprach von Schäden an der zivilen Infrastruktur, ohne nähere Details zu nennen. Nischnekamsk liegt etwa 1.200 Kilometer von ukrainischem Gebiet entfernt. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, bis zum Morgen seien 415 feindliche Drohnen über russischem Gebiet abgefangen worden. Diese Zahlen sind nicht unabhängig überprüfbar, deuten aber auf einen groß angelegten Angriff hin. Ein Brand wurde auch von einem Militärflugplatz in der Region Woronesch südlich von Moskau gemeldet.

Nato-Gipfel in Ankara im Fokus

Parallel zu den Drohnenangriffen fand der Nato-Gipfel in der türkischen Hauptstadt Ankara statt. Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen betonte dort die Verteidigungsbereitschaft ihres Landes nach erneuten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zu Grönland. „Dänemark ist bereit, jeden Zentimeter der Nato zu verteidigen, einschließlich unseres eigenen Territoriums“, sagte Frederiksen in Ankara. Sie bekräftigte, Grönland stehe nicht zum Verkauf. Trump hatte zuvor erneut erklärt, die USA müssten Grönland kontrollieren.

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Pistorius optimistisch bei Tomahawk-Kauf

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius gab im Deutschlandfunk bekannt, dass Deutschland produktive Gespräche mit den USA über den Kauf von Tomahawk-Marschflugkörpern führe. „Ich bin optimistisch, dass der Kauf zustande kommen kann“, sagte Pistorius. Die Verhandlungen kämen voran, es gebe jedoch noch keine Ergebnisse.

Erneuter Raketenangriff auf Kiew

Während des Nato-Gipfels wurde die ukrainische Hauptstadt Kiew erneut von Russland mit ballistischen Raketen angegriffen. Kurz nach Mitternacht Ortszeit erschütterten mehrere Explosionen die Stadt. Im Zentrum Kiews war Brandgeruch spürbar, wie ein Reporter vor Ort berichtete. Bürgermeister Vitali Klitschko informierte bei Telegram über mehrere Brände in zwei Stadtteilen. Der Luftalarm wurde erst mit Verzögerung nach den ersten Explosionen ausgelöst.

Ukraine schließt Drohnen-Abkommen

Am Rande des Nato-Gipfels gab die Ukraine drei weitere Drohnen-Abkommen mit Dänemark, Estland und den Niederlanden bekannt. Damit steigt die Zahl dieser Vereinbarungen auf neun, erklärte Präsident Wolodymyr Selenskyj. Die Ukraine gebe dabei ihre im Krieg gegen Russland gewonnene Expertise weiter. Hauptziel der Ukraine bei dem Treffen sei es, weitere Luftverteidigungssysteme zu erhalten.

Kämpfe an der Front dauern an

Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte meldete in seinem abendlichen Lagebericht insgesamt 219 bewaffnete Zusammenstöße an verschiedenen Frontabschnitten. Schwerpunkt der Kämpfe lag bei Pokrowsk im Industrierevier Donbass, wo die russischen Streitkräfte über 40 Angriffe gegen ukrainische Stellungen führten. Russland setzte auch seine Angriffe gegen zivile Ziele fort. Bei einem Raketenangriff auf Odessa wurden nach Angaben des regionalen Militärverwalters Oleh Kiper sechs Menschen verletzt. Explosionen wurden auch aus Charkiw gemeldet.

IOC hebt Sanktionen gegen Russland auf

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hob die Sanktionen gegen russische Sportler weitgehend auf. Die bisher geltenden Beschränkungen für die Teilnahme von Russen an internationalen Wettbewerben seien außer Kraft gesetzt, auch im Hinblick auf die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2028. Ob russische Athleten in Los Angeles wieder mit eigener Flagge und Hymne starten dürfen, soll später entschieden werden. Das ukrainische Außenministerium verurteilte die Entscheidung als „beunruhigendes Signal für die gesamte internationale Gemeinschaft“.

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Kremlsprecher: Europa provoziert Krieg

Kremlsprecher Dmitri Peskow warf Europa vor, die Ukraine zur Fortsetzung des Krieges zu drängen. „Die Europäer glauben immer noch, dass man Russland strategisch besiegen kann“, sagte Peskow in einem Interview der Schweizer „Weltwoche“. Dies sei ein großer Fehler. Er kritisierte die europäische Aufrüstung als „Gehirnwäsche der europäischen Steuerzahler“. Befürchtungen vor einem Dritten Weltkrieg wies Peskow zurück: „Russland ist zu groß und verantwortungsvoll, um einen Dritten Weltkrieg auszulösen.“

Selenskyj kämpferisch vor Trump-Treffen

Vor einem erwarteten Treffen mit US-Präsident Donald Trump zeigte sich Selenskyj kämpferisch. „Bei Präsident Trump muss man immer kämpferisch sein“, sagte er zu Journalisten. Kiew erwartet vor allem neue Zusagen für Patriot-Flugabwehrraketen. Die Ukraine dringt zudem auf eine Lizenz zur Produktion dieser Lenkkörper in Europa oder der Ukraine selbst. Ein Treffen zwischen Trump und Selenskyj war für Mittwoch in Ankara geplant.

Nato-Vertreter: Russland abgeschreckt

Ein ranghoher Nato-Vertreter wies Ängste vor einem russischen Angriff auf Mitgliedsstaaten zurück. Er glaube, dass die Nato Russland erfolgreich abgeschreckt habe. Moskau sei mit dem Krieg in der Ukraine überlastet und wisse, dass die Nato auf jeden Angriff reagieren würde. „Ich würde sagen, dass Russland derzeit abgeschreckt ist – aber diese Abschreckung ist das Ergebnis der Maßnahmen, die wir ergreifen“, sagte der Vertreter.

Ukrainische Drohnen treffen Rüstungsbetriebe

Das ukrainische Militär griff zwei Rüstungsfabriken in der russischen Region Brjansk an. Einer der getroffenen Betriebe ist Kremnij EL, ein Hersteller von Mikroelektronik und Zulieferer des russischen Militärs. Zudem wurde eine Chemiefabrik getroffen, die Schießpulver, Sprengstoff und Treibstoff für Raketen herstellt. Im Asowschen Meer wurden acht Tanker der russischen Schattenflotte mit Drohnen attackiert, wie der ukrainische Drohnen-Kommandeur Robert Browdi mitteilte.