Ukrainische Drohnen greifen Omsk in Sibirien an – Ölraffinerie getroffen
Ukrainische Drohnen greifen Omsk in Sibirien an

Ukrainische Drohnen haben die mehr als 2.400 Kilometer von ukrainisch kontrolliertem Gebiet entfernte sibirische Industriestadt Omsk angegriffen. „Einigen Drohnen gelang es, das nördliche Industriegebiet von Omsk zu erreichen“, teilte der Gouverneur des Gebiets Omsk, Witali Chozenko, bei Telegram mit. Demnach gab es Schäden. In ukrainischen Telegramkanälen kursierten Videos, die Drohnen beim Anflug auf die nördlich von Omsk liegende Erdölraffinerie zeigen. Augenzeugen dokumentierten auch einen Brand in der Anlage. Die Raffinerie in Omsk ist die größte in ganz Russland mit einer Verarbeitungskapazität von mehr als 20 Millionen Tonnen pro Jahr. Die Behörden schlossen wegen des Luftalarms den Flughafen in Omsk.

Schwere russische Luftangriffe auf Kiew

Mit neuen schweren Angriffen aus der Luft hat Russland kurz vor dem Nato-Gipfel in der türkischen Hauptstadt Ankara mindestens 17 Menschen in der Ukraine getötet. Allein in der Hauptstadt Kiew seien mindestens elf Menschen ums Leben gekommen, teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit. Diese Zahl dürfte ebenso steigen wie die der Verletzten – derzeit 60 Personen in Kiew. Viele Wohnhäuser sind beschädigt, einige teilweise zusammengefallen.

Selenskyj forderte die Nato zu mehr Hilfe bei der Flugabwehr auf. „Es ist äußerst wichtig, dass die Welt, allen voran Amerika und unsere europäischen Partner, vom Nato-Gipfel starke Entscheidungen zur Unterstützung unserer Luftabwehr und zum Schutz von Zivilisten mitbringen“, schrieb Selenskyj bei Telegram. Seinen Angaben nach hat das russische Militär in der Nacht neben 351 Drohnen auch 68 Raketen und Marschflugkörper eingesetzt. „Unsere Kämpfer haben heute ein gutes Resultat beim Abschuss von Drohnen und Marschflugkörpern gezeigt, aber leider nicht gegenüber der russischen Ballistik.“ Grund dafür sei das Fehlen von Flugabwehrraketen in der Ukraine, klagte Selenskyj.

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Britische Sanktionen und Abfangmanöver

Wegen ihrer Verwicklung in Giftanschläge belegt die britische Regierung russische Wissenschaftler und Forschungseinrichtungen mit Sanktionen. Dabei geht es um den Anschlag auf den Ex-Agenten Sergej Skripal mit dem Nervengift Nowitschok sowie um den Fall des Oppositionellen Alexej Nawalny, der nach Erkenntnissen westlicher Staaten mit dem Stoff Epibatidin vergiftet wurde. Sieben Einzelpersonen und zwei führende Wissenschaftsinstitute seien von den Sanktionen betroffen, hieß es in einer Mitteilung des britischen Außenministeriums.

Bei einem Vorfall im Nordatlantik haben britische Kampfjets ein russisches Patrouillenflugzeug abgefangen. Wie das Verteidigungsministerium in London mitteilte, war die russische Maschine zuvor einem Kampfverband um den Flugzeugträger „HMS Prince of Wales“ zu nahe gekommen. Die Tupolew sei unnötig nahe an den Verband herangeflogen, habe mehrere Sonarbojen abgeworfen und nicht auf Kontaktversuche reagiert, so die Mitteilung. „Diese Aktivität war nicht sicher und unprofessionell“, hieß es weiter. Zwei Kampfjets vom Typ F-35 seien daraufhin von dem Flugzeugträger aufgestiegen und hätten die russische Maschine abgefangen und begleitet, bis sie das Gebiet verlassen habe.

Polen: Tusk fordert Einigkeit bei Ukraine-Hilfen

Polens Ministerpräsident Donald Tusk fordert eine Rückkehr zu parteiübergreifender Einigkeit über Militärhilfen für die Ukraine. „Man darf unsere Zusammenarbeit mit der Ukraine bei ihrer Verteidigung gegen den russischen Angriff nicht gefährden“, sagte Tusk in der Stadt Bydgoszcz, wie die Nachrichtenagentur PAP meldete. Er warnte andere Politiker einschließlich des rechtskonservativen Präsidenten Karol Nawrocki davor, in dieser Frage mit dem Feuer zu spielen. Politiker des rechten Lagers haben der Warschauer Regierung vorgeworfen, der Ukraine ohne Abstimmung Flugabwehrraketen für das US-System Patriot geliefert zu haben.

Stromausfälle auf der Krim und Angriffe auf Jaroslawl

Ein Stromversorger auf der Krim hat flächendeckende Stromausfälle auf der von Russland völkerrechtswidrig annektierten Halbinsel gemeldet. Dies sei auf „äußeren Einfluss“ zurückzuführen, hieß es. Der von Moskau eingesetzte Verwaltungschef der Stadt Sewastopol, Michail Raswoschajew, teilte mit, ukrainische Angriffe hätten am Montag die Stromversorgung der Stadt unterbrochen. Sie sei aber später mit Reserveausrüstung wiederhergestellt worden.

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Die Ukraine hat Russland nach Angaben aus Moskau mit mehr als 500 Drohnen angegriffen. 519 Drohnen seien abgeschossen worden, meldete das russische Verteidigungsministerium. Derweil berichtete das unabhängige Internetportal „Astra“ von einem erneuten Angriff auf die Raffinerie in der Großstadt Jaroslawl nördlich von Moskau. Auf in sozialen Netzwerken kursierenden Bildern seien Rauchwolken über der Anlage zu erkennen. Die Raffinerie ist in der Vergangenheit schon mehrfach attackiert worden. Laut dem Jaroslawler Gouverneur Michail Jewrajew hat die Flugabwehr mehr als 70 Drohnen abgeschossen. „Zwei Menschen haben Splitterverletzungen erlitten“, sie würden im Krankenhaus behandelt, schrieb er auf Telegram.

Nato-Gipfel in Ankara: Von der Leyen verspricht Beratungen

Der dringende Bedarf der Ukraine an zusätzlicher Flugabwehr wird EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zufolge Thema beim Nato-Gipfel in dieser Woche in der Türkei sein. Russland habe in der Nacht erneut Zivilisten aus der Luft angegriffen, schreibt von der Leyen auf dem Kurznachrichtendienst X mit Blick auf die jüngsten Angriffe auf Kiew. Dabei seien mehr als 400 Drohnen und Raketen zum Einsatz gekommen. „Die Ukraine braucht dringend mehr Luftabwehr. Wir werden dies diese Woche in Ankara beim Nato-Gipfel besprechen“, erklärt sie. Der Druck auf Russland werde weiter erhöht.

US-Präsident Donald Trump trifft am Rande des Nato-Gipfels mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zusammen. Die Begegnung finde am Mittwochnachmittag statt, teilte eine Regierungssprecherin mit. Keine der beiden Kriegsparteien mache nennenswerte militärische Fortschritte, betonte ein hochrangiger US-Beamter vor Journalisten. Gleichzeitig entstünden enorme Kosten, und es gebe Angriffe beider Seiten weit ins jeweils andere Land. „Der Präsident verspürt daher ein echtes Gefühl der Dringlichkeit, zu versuchen, das zu einem Ende zu bringen.“