Ukraine-Krieg: Seedrohne in Rumänien, Tote bei Angriff auf Babynahrungsfabrik
Ukraine-Krieg: Seedrohne in Rumänien, Tote bei Fabrikangriff

Schwerer Zwischenfall am AKW Saporischschja: Russische Soldaten verletzt

Bei einem schweren Zwischenfall nahe dem ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja sind nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) russische Soldaten verletzt worden. Der Vorfall ereignete sich während der Minenräumung im Rahmen einer lokalen Waffenruhe. Russland warf der Ukraine vor, die von der IAEA vermittelte Feuerpause mit einem Angriff gebrochen zu haben. Die ukrainische Seite teilte der Behörde hingegen mit, sie halte an der Vereinbarung fest. IAEA-Chef Rafael Grossi ruft zu maximaler militärischer Zurückhaltung und der vollständigen Einhaltung der Waffenruhe auf.

Ukrainische Seedrohne explodiert im Hafen von Konstanza

Im Hafen der rumänischen Schwarzmeerstadt Konstanza ist am Freitag eine ukrainische Seedrohne explodiert. Die Detonation ereignete sich gegen 10.30 Uhr Ortszeit im zivilen Teil des Hafens, teilte das rumänische Verteidigungsministerium mit. Verletzt wurde niemand. Die ukrainische Marine bestätigte, dass die Überwasserdrohne durch elektronische Kampfsysteme der russischen Armee gestört wurde, die Kontrolle verlor und schließlich an der rumänischen Küste landete. Die russische Botschaft in Rumänien erklärte, es handele sich um unbemannte ukrainische Wasserfahrzeuge, und wies jede Verantwortung von sich. Nach der Explosion sollen an der Küste drei weitere unbemannte Boote entdeckt worden sein.

Offenbar vier Tote bei russischem Drohnenangriff auf Babynahrungsfabrik

Bei einem russischen Drohnenangriff im Bezirk Browary in der Region Kyjiw sind am Freitag mindestens vier Menschen getötet und sieben weitere verletzt worden. Getroffen wurde die Produktionsstätte „Yahotynske für Kinder“, ein ukrainischer Hersteller von Babynahrung und Milchprodukten. Bei den Opfern handelt es sich um Mitarbeiter. Ein Verwaltungsgebäude geriet in Brand, Teile des Gebäudekomplexes wurden zerstört. Die Such- und Rettungsarbeiten dauern an, unter den Trümmern könnten sich noch zwei weitere Menschen befinden. Die Ukraine wirft Russland vor, erneut gezielt zivile Infrastruktur angegriffen zu haben.

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Ukraine meldet Treffer auf russisches Patrouillenschiff

Die ukrainische Marine hat eigenen Angaben zufolge ein russisches Patrouillenschiff in der Straße von Kertsch angegriffen. Das Schiff der Küstenwache des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB vom Projekt 10410 („Swetljak“-Klasse) soll zur Sicherung des Bereichs rund um die Krim-Brücke eingesetzt worden sein. Solche Schiffe werden zur Kontrolle des Schiffsverkehrs, zur Überwachung von Gewässern und zum Schutz strategischer Infrastruktur eingesetzt.

Britischer Premier Starmer warnt vor russischem Angriff auf Nato in vier Jahren

Russland könnte nach Angaben des britischen Premierministers Keir Starmer bereits in vier Jahren einen Nato-Staat angreifen. Nach Einschätzung der Geheimdienste und anderer Nato-Staaten könnte es bereits 2030 zu einem Angriff Russlands auf die Nato kommen, sagte Starmer am Freitag. Ähnlich hatten sich in den vergangenen Monaten bereits andere europäische Spitzenpolitiker geäußert. Nato-Generalsekretär Mark Rutte hatte im vergangenen Dezember vor einem russischen Angriff auf Nato-Gebiet binnen fünf Jahren gewarnt. Die Bundeswehr geht nach Aussagen von Generalinspekteur Carsten Breuer davon aus, dass Russland ab 2029 zu einem großangelegten Angriff auf Nato-Gebiet in der Lage sein könnte.

EU-Wirtschaftskommissar gegen Lockerung von Russland-Sanktionen

EU-Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis hat sich eindeutig gegen eine Lockerung von Sanktionen etwa gegen Russlands Ölexporte ausgesprochen. Es sei klar, dass es jetzt nicht an der Zeit sei, den Druck auf Russland zu verringern, sagte er am Rande des Jahrestreffens der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) in Riga. Die EU hat bislang 20 Sanktionspakete gegen Russland erlassen.

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Putin will sich nicht mit Selenskyj treffen

Russlands Präsident Wladimir Putin sieht keinen Grund für ein Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj. Dies erklärte Putin am Freitag auf dem St. Petersburger Internationalen Wirtschaftsforum. Selenskyj hatte zuvor einen offenen Brief veröffentlicht, in dem er persönliche Gespräche vorschlug. Putin sagte, der Brief enthalte einige unhöfliche Bemerkungen und wirke nicht wie ein aufrichtiges Angebot. Er sehe derzeit keinen Sinn in einem Treffen.

Bundeskanzler begrüßt Selenskyjs Gesprächsangebot an Putin

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat das Angebot des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu direkten Gesprächen mit Kremlchef Wladimir Putin begrüßt. Er machte am Rande des EU-Westbalkan-Gipfels in Montenegro zugleich deutlich, dass die Europäer an möglichen Friedensgesprächen beteiligt sein wollten. Dies werde auch Gegenstand geplanter Gespräche mit Selenskyj in London sein, an denen er mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron sowie Großbritanniens Premier Keir Starmer teilnehmen werde.

Putin räumt wirtschaftliche Probleme in Russland ein

Russlands Präsident Wladimir Putin hat Probleme der russischen Wirtschaft eingeräumt. Die wirtschaftliche Dynamik sei derzeit gebremst, sagte Putin bei seiner Rede auf der Plenarsitzung des St. Petersburger Internationalen Wirtschaftsforums. Zugleich zeigte er sich davon überzeugt, dass es mit der Wirtschaft bald wieder bergauf gehe. In den ersten Kriegsjahren ist es Moskau trotz westlicher Sanktionen durch die Umstellung der Wirtschaft auf die Kriegsproduktion gelungen, Wirtschaftswachstum zu erzeugen. Das Wachstum hat sich allerdings bereits 2025 deutlich abgekühlt, im ersten Quartal 2026 musste die Regierung einen Rückgang beim Bruttoinlandsprodukt konstatieren.

Macron, Starmer, Merz und Selenskyj beraten am Sonntag in London

Der französische Präsident Emmanuel Macron reist am Sonntag zu Gesprächen mit dem britischen Premierminister Keir Starmer, Bundeskanzler Friedrich Merz und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nach London. Das Treffen dient der engen Abstimmung über die weitere Unterstützung der Ukraine und den Druck auf Russland.

Prozess gegen Wagenbauer Tilly geht in Moskau in die nächste Runde

Der Prozess gegen den Düsseldorfer Wagenbauer und Satiriker Jacques Tilly an einem Moskauer Gericht geht nach Medienangaben in die nächste Runde. Am kommenden Dienstag werde es ein Revisionsverfahren geben, sagte Tilly der „Rheinischen Post“. Ein Moskauer Gericht hatte Tilly Anfang April zu einer Haftstrafe von achteinhalb Jahren Straflager und einer Geldstrafe verurteilt. Begründet wurde die Entscheidung mit einer Verletzung religiöser Gefühle und einer angeblichen Verbreitung von Falschnachrichten über die russischen Streitkräfte durch seine satirischen Rosenmontags-Mottowagen.

Russland und die Ukraine tauschen erneut Kriegsgefangene aus

Russland und die Ukraine haben erneut Kriegsgefangene ausgetauscht. Es seien jeweils 185 Gefangene übergeben worden, meldet die staatliche russische Nachrichtenagentur RIA.

Ukraine erhält weitere Kredithilfe von Entwicklungsbank und EU

Die Ukraine erhält weitere Hilfe aus dem Westen, um Unternehmen in dem von Russland angegriffenen Land den Zugang zu Finanzmitteln zu sichern. Über den sogenannten Ukraine-Investitionsrahmen werden die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) und die EU zusätzliche Garantien in Höhe von 200 Millionen Euro bereitstellen. Auch sollen Zuschüsse von 105 Millionen Euro und technische Hilfe in Höhe von 10 Millionen Euro verfügbar gemacht werden. Insgesamt sollen durch die Kofinanzierung neue Kredite in der Ukraine in Höhe von 2 Milliarden Euro über Partnerfinanzinstitute der EBWE freigesetzt werden.

Bundesregierung begrüßt Selenskyj-Brief an Putin

Die Bundesregierung begrüßt den Brief des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj an den russischen Staatschef Wladimir Putin. Es brauche jetzt aufseiten Russlands eine ernsthafte Bereitschaft, Verhandlungen über einen Frieden aufzunehmen, sagte ein Regierungssprecher in Berlin. Diese sei allerdings nicht in Sicht. Klar sei auch, dass an solchen Gesprächen auch Europa und die USA beteiligt sein müssten.

Aserbaidschan: Fünf Tote bei Drohnenangriff auf Frachter im Asowschen Meer

Bei einem Drohnenangriff auf zwei Frachtschiffe im Asowschen Meer sind nach Angaben der aserbaidschanischen Regierung fünf Aserbaidschaner getötet worden. Drei weitere Aserbaidschaner seien verletzt worden. Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben mit Drohnen fünf Schiffe in den Häfen von Mariupol und Berdjansk sowie in Küstengewässern der von Russland besetzten Gebiete angegriffen.

Improvisierte russische Raketenwerfer könnten auf Versorgungsprobleme hinweisen

Russische Truppen nutzen im Raum Pokrowsk nach Angaben des ukrainischen Militärs immer häufiger improvisierte Abschussvorrichtungen für einzelne Raketen anstelle regulärer Artilleriesysteme. Diese Entwicklung könnte auf Probleme bei der Verfügbarkeit von Artilleriesystemen in diesem Frontabschnitt hindeuten.

Ukraine erhöht den Druck auf russische Nachschubrouten zur Krim

In sozialen Netzwerken sind neue Videoaufnahmen erschienen, die zerstörte russische Militärfahrzeuge entlang des Landkorridors zeigen, der Russland über den Süden der Ukraine mit der besetzten Krim verbindet. Ukrainische Militärvertreter haben in den vergangenen Monaten wiederholt erklärt, den Feuerdruck auf russische Nachschub- und Versorgungsrouten im Süden des Landes erhöht zu haben.

Feuerpause nahe AKW Saporischschja soll Reparaturen ermöglichen

Eine von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ausgehandelte Feuerpause zwischen Russland und der Ukraine in der Nähe des südukrainischen Atomkraftwerkes Saporischschja ist in Kraft getreten. Dies ebne den Weg für dringend notwendige Reparaturen an der Stromleitung zum AKW, teilt die IAEA mit. Die Reparaturen seien erforderlich, um die Gefahr eines atomaren Unfalles zu verhindern. Das AKW mit seinen sechs Reaktoren ist das größte Europas und wurde im März 2022 von russischen Truppen unter Kontrolle gebracht.