Mehrere Tage nach einer griechischen Protestnote hat sich das ukrainische Außenministerium für den Fund einer mit Sprengstoff beladenen Seedrohne vor der Ferieninsel Lefkada im Ionischen Meer entschuldigt. Der Vorfall wirft Fragen über ukrainische Militäroperationen im Mittelmeer auf.
Entschuldigung aus Kiew
„Die ukrainische Seite entschuldigt sich für den Vorfall und betont, dass dieser auf Umstände zurückzuführen sei, die durch die anhaltende russische Aggression gegen die Ukraine verursacht wurden“, schrieb Außenamtssprecher Heorhij Tychyj auf der Plattform X. Dies zeige, dass der andauernde russische Krieg gegen die Ukraine auch eine Bedrohung für benachbarte europäische Staaten und die Welt darstelle. Gleichzeitig bedankte sich Kiew für die seit Kriegsbeginn 2022 von Griechenland gewährte Unterstützung.
Fund vor Lefkada
Bereits im Mai entdeckten Fischer vor der griechischen Mittelmeerinsel Lefkada ein etwa sechs Meter langes unbemanntes Boot mit laufendem Motor. Auf dem von den Behörden als ukrainisch identifizierten Boot wurden rund 100 Kilogramm Sprengstoff entdeckt. Die Küstenwache machte den Sprengsatz mit einer kontrollierten Explosion unschädlich. In seiner Protestnote sprach Athen von einer Gefährdung der maritimen Sicherheit und einem Risiko für Zivilisten und verlangte von Kiew eine offizielle Stellungnahme.
Ukrainische Seedrohnenbasis in Westlibyen?
Die Mittelmeerinsel Lefkada befindet sich über 1000 Kilometer von der ukrainischen Küste entfernt. Der Schwarzmeeranrainer Ukraine hat keinen Mittelmeerzugang. Unbestätigten Medienberichten zufolge setzte das ukrainische Militär mehrfach Seedrohnen von einer Basis in Westlibyen gegen Schiffe der sogenannten russischen Schattenflotte ein. Demnach wurde Anfang März östlich von Malta ein russischer Flüssiggastanker auf dem Weg nach Ägypten von ukrainischen Seedrohnen angegriffen. Das schwerbeschädigte Schiff driftete anschließend ohne Besatzung mehrere Wochen im Mittelmeer.
Der Vorfall vor Lefkada verdeutlicht die wachsende Reichweite ukrainischer Militäroperationen und die potenziellen Risiken für die zivile Schifffahrt im Mittelmeer. Die griechischen Behörden haben ihre Küstenüberwachung verstärkt, um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern.



