Die anhaltenden Angriffe der Ukraine auf die russische Energieinfrastruktur versetzen die Ölindustrie von Präsident Wladimir Putin in eine tiefe Krise. Das russische Energieministerium räumte ein, dass Unternehmen des Energiesektors immer häufiger Ziel von Luftangriffen aus Kiew werden. In offiziellen Worten aus Moskau heiße es: „vorübergehende Schwierigkeiten mit der Kraftstoffversorgung in einer Reihe von südlichen Regionen“. Diese Mitteilung veröffentlichte die Behörde auf ihrem Telegram-Kanal. Ein neu eingerichteter Krisenstab soll nun eine stabile und effiziente Versorgung sicherstellen.
Benzinausgabe eingeschränkt
Bereits am vergangenen Wochenende hatte Vizeregierungschef Alexander Nowak (54) auf dem St. Petersburger Internationalen Wirtschaftsforum eingeräumt, dass Russland derzeit weniger Öl fördere als ursprünglich geplant. Er begründete dies mit unplanmäßigen Reparaturen, ohne jedoch nähere Details zu nennen. Die von Moskau eingesetzten Behörden auf der annektierten Schwarzmeerhalbinsel Krim sowie im ebenfalls annektierten Luhansk in der Ostukraine hatten zuvor die Ausgabe von Benzin eingeschränkt. Darüber hinaus untersagte die russische Regierung erstmals die Ausfuhr von Kerosin – und zwar bis Ende November.
Ukraine intensiviert Angriffe
Die Ukraine hatte zuletzt nach eigenen Angaben ein Öllager attackiert, das den wichtigen russischen Schwarzmeerhafen Noworossijsk versorgt, sowie eine Pumpstation, die Rohöl zu einem Terminal transportiert. Diese Angriffe sind die jüngsten in einer Reihe von Schlägen gegen die Energieinfrastruktur des Landes. Die Zahl der Attacken erreichte im vergangenen Monat einen Rekordwert. In dem vor mehr als vier Jahren von Kreml-Herrscher Wladimir Putin (73) befohlenen Angriffskrieg gegen die Ukraine setzt Kiews Militär seit Monaten gezielt auf Drohnenangriffe gegen die russische Ölindustrie. Ziel ist es, den Treibstoffnachschub für die russische Armee zu stören und die für Moskaus Kriegskasse wichtigen Einnahmen aus dem Energiegeschäft zu schmälern.
Die russische Regierung steht nun vor der Herausforderung, die Versorgung mit Treibstoff im Land aufrechtzuerhalten. Experten warnen vor weiteren Einschränkungen, falls die ukrainischen Angriffe nicht abnehmen. Die Entwicklungen zeigen, wie verwundbar Russlands Energieinfrastruktur gegenüber modernen Drohnenangriffen ist.



