Trump: Verhandlungen über Iran-Abkommen in der Endphase
Trotz der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg sieht US-Präsident Donald Trump ein Friedensabkommen in greifbarer Nähe. „Wir befinden uns in den letzten Zügen dessen, was ein sehr, sehr gutes Abkommen sein wird“, sagte Trump am Dienstag. Er halte den Abschluss der Verhandlungen in den kommenden „zwei oder drei Tagen“ für möglich. Diese Äußerungen erfolgten vor dem Hintergrund der äußerst angespannten Lage in der Region. Der Iran hatte am Sonntagabend erstmals seit Inkrafttreten einer brüchigen Waffenruhe Anfang April wieder Raketen auf Israel abgefeuert. Als Grund gaben die iranischen Revolutionsgarden israelische Luftangriffe auf Viertel der libanesischen Hauptstadt Beirut an, die als Hochburgen der pro-iranischen Hisbollah-Miliz gelten. Als Reaktion nahm auch Israel die Angriffe auf Ziele im Iran wieder auf. Im Verlauf des Montags verkündeten Israel und der Iran dann die vorläufige Einstellung der Kampfhandlungen. Trump hatte den Iran und Israel zuvor aufgefordert, ihre gegenseitigen Angriffe umgehend einzustellen. „Die abschließenden Verhandlungen über ‚Frieden‘ laufen, vorbehaltlich der Ignoranz oder Dummheit, die ihnen in die Quere kommen könnte“, erklärte der US-Präsident am Montag. Die indirekten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über ein dauerhaftes Ende des Krieges waren zuletzt ins Stocken geraten, immer wieder hatte es widersprüchliche Angaben der Parteien gegeben.
BASF-Chef warnt vor neuem Ölpreisschock
BASF-Chef Markus Kamieth hat vor einem neuen Ölpreisschock wegen des Iran-Kriegs gewarnt. „Bei Öl kommen wir jetzt langsam an den Punkt, wo die Reserven jetzt auch langsam mal verbraucht sind“, sagte Kamieth im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten (ICFW). Wenn die Straße von Hormus nicht bald öffne, könnte es in der zweiten Jahreshälfte „nochmal einen Preisschock auch bei Öl und bei raffinierten Produkten geben“. Mit der gesperrten Straße von Hormus verliere die Welt nur 3 Prozent an Gas, bei Öl seien es rund 20 Prozent. Und da es im Nahen Osten viele Raffinerien gebe, steige der Anteil bei raffinierten Produkten wie Treibstoffen und vielen Chemieprodukten signifikant auf bis zu 40 Prozent. Zugleich sei er nicht nervös, was Gas anbelange, sagte Kamieth. Der Gaspreis steige zwar mit Spekulation, „aber das ist nicht meine größte Sorge“. Ein Grund sei, dass China als riesiger Verbraucher von Gas und Flüssiggas auf Kohle umstelle, sobald der Gaspreis steige. Damit sinke der Gasbedarf in Fernost, was den Markt entlaste.
Israel und Iran stellen Angriffe ein – und drohen weiter
Nach einer neuen gefährlichen Eskalation im Konflikt zwischen dem Iran und Israel haben die Erzfeinde ihre wechselseitigen Angriffe vorerst wieder eingestellt. Beide Seiten drohten jedoch im Fall von Verstößen gegen ihre jeweiligen Bedingungen mit noch härteren Kämpfen. Die ersten gegenseitigen Angriffe seit zwei Monaten drohten, US-Präsident Donald Trumps Bemühungen zur Beendigung des Iran-Kriegs zu untergraben. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bestätigte die Feuerpause in einer Videobotschaft. Sollte der Iran einen Fehler begehen und Israel erneut angreifen, werde man mit aller Härte reagieren, warnte er am Montagabend. Israels Konflikt mit dem Iran und der libanesischen Hisbollah-Miliz sei noch nicht beendet. Beide hätten in den vergangenen 24 Stunden versucht, Israel eine „neue Gleichung“ aufzuzwingen. „Sie dachten, sie könnten von libanesischem und iranischem Gebiet auf Israel schießen und dass wir nicht reagieren.“ Dies sei inakzeptabel und werde nicht passieren, betonte er.
Acht Tote bei israelischem Angriff im Libanon
Ungeachtet einer Waffenruhe-Vereinbarung greift das israelische Militär weiter im Südlibanon an. Bei einem Angriff am Stadtrand der Küstenstadt Tyrus wurden nach vorläufigen Angaben des Gesundheitsministeriums mindestens acht Menschen getötet und 32 weitere Personen verletzt. Aus Kreisen des libanesischen Zivilschutzes hieß es zuvor, es seien neun Menschen getötet worden. Kurz nach dem Angriff erteilte die israelische Armee einen Fluchtaufruf für die gesamte Stadt. Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es, rund um die Stadt käme es zu israelischem Beschuss. Das israelische Militär äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht. Nach einem israelischen Luftangriff am 9. Juli 2026 steigt Rauch über der südlibanesischen Stadt Tyrus auf. Das israelische Militär rief ausdrücklich auch die Bewohner und Verbliebenen in den christlichen Teilen der Stadt zur Flucht auf. Viele Menschen hatten dort in den vergangenen Tagen Zuflucht gesucht, nachdem die restlichen Teile der Stadt bereits immer wieder unter Beschuss standen. Christen im Libanon stehen der Hisbollah zum Teil ablehnend gegenüber. Das israelische Militär wirft der Hisbollah vor, sich in den Vierteln vor Angriffen zu verstecken.
Trump warnt Netanjahu vor Alleingang
US-Präsident Donald Trump hat den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu vor einem erneuten Krieg gegen den Iran gewarnt. Sollte es zu einem neuen Konflikt kommen, könnte Israel auf sich allein gestellt sein, sagte Trump in einem Interview des US-Nachrichtenportals „Axios“. „Ich habe gesagt: 'Bibi (Netanjahu), du solltest besser vorsichtig sein, oder du wirst sehr bald auf dich allein gestellt sein'“, zitiert das Portal den US-Präsidenten.
Iranischer Fußballverband: WM-Ticketkontingent gestrichen
Wenige Tage vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko ist dem Iran nach eigenen Angaben das Ticketkontingent entzogen worden. Damit könnten Anhänger, die bereits Reisepläne gemacht hätten, die Spiele ihrer Mannschaft nicht besuchen, teilte der iranische Fußballverband (FFIRI) am Dienstag mit. „Dies geschieht, obwohl viele iranische Fußballfans im Vertrauen auf die offiziellen Ankündigungen bereits Reisevorbereitungen für einen Besuch der Spiele getroffen hatten“, hieß es in einer Erklärung. Weitere Einzelheiten lagen zunächst nicht vor, auch keine Stellungnahme des Weltfußballverbands Fifa oder der WM-Gastgeber USA, Mexiko und Kanada. Der Iran befindet sich seit Ende Februar in einem militärischen Konflikt mit den USA. Daher hätten iranische Fans Beobachtern in Teheran zufolge ohnehin kaum Chancen gehabt, zur WM einzureisen. Derzeit werden in den US-Auslandsvertretungen keine Visa für iranische Bürger ausgestellt. Zudem sind Reisen in die USA für die meisten iranischen Fans kaum bezahlbar. Wegen der Einreisebeschränkungen hatte der iranische Verband sein Teamquartier aus dem US-Bundesstaat Arizona ins südlich von San Diego gelegene Tijuana in Mexiko verlegt. Nach Angaben des iranischen Botschafters in Mexiko darf die Mannschaft nur an den Spieltagen für ihre WM-Partien in die USA einreisen.
US-Kampfhubschrauber nahe Straße von Hormus abgestürzt
Im Iran-Konflikt ist nahe der Straße von Hormus ein US-Militärhubschrauber abgestürzt. Die Piloten seien in Sicherheit, teilte US-Präsident Donald Trump am Dienstag mit. Es gehe ihnen gut. Niemand sei verletzt worden. Die US-Regierung werde im Laufe des Tages einen Bericht zu dem Vorfall vorlegen, kündigte er an. Weitere Details nannte Trump nicht. Einem Bericht der „New York Times“ zufolge war der „Apache“-Kampfhubschrauber am Montag nahe der vom Iran kontrollierten und weitgehend blockierten Meerenge abgestürzt. Die beiden Besatzungsmitglieder seien gerettet worden, berichtete die Zeitung unter Berufung auf zwei mit dem Vorgang vertraute Personen. Es sei zunächst unklar geblieben, ob der Hubschrauber durch iranischen Beschuss abgestürzt sei, einen technischen Defekt gehabt habe oder ein anderes Problem aufgetreten sei.
Weitere Entwicklungen
- Israel fängt Drohne aus dem Jemen ab: Die israelische Luftwaffe hat über dem Süden des Landes eine Drohne aus dem Jemen abgefangen. Die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz im Jemen hatte am Montag einen Angriff auf Israel mit mehreren Raketen für sich beansprucht.
- Libanons Gesundheitsministerium meldet fünf Tote: Bei einem israelischen Angriff auf den Süden des Libanon sind fünf Menschen getötet worden, darunter vier Sanitäter des Roten Kreuzes.
- Ermittlungen gegen Israels Sicherheitsminister Ben-Gwir in Italien: In Italien laufen Ermittlungen gegen Ben-Gwir wegen des Verdachts der Folter und Freiheitsberaubung im Zusammenhang mit einer Gaza-Hilfsflotte.
- Al-Kuds-Brigaden wollen „Gürtel des Widerstands“ errichten: Die iranischen Al-Kuds-Brigaden kündigen einen neuen Sicherheitsgürtel von der Straße von Hormus bis zur Meerenge Bab al-Mandab an.
- Libanons Präsident bietet Verhandlungen an: Joseph Aoun bietet Israel Verhandlungen über ein Ende des Krieges an, schließt aber ein Treffen mit Netanjahu vor einer Einigung aus.
- Irans Chefunterhändler: Werden US-Seeblockade durchbrechen: Mohammad Bagher Ghalibaf kündigt an, die Blockade in eine Niederlage für den Feind zu verwandeln.
- US-Militär beschießt Tanker: Ein US-Kampfflugzeug hat einen Öltanker beschossen, der gegen die Blockade iranischer Häfen verstoßen hatte.
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