Die Obduktion des gestrandeten Buckelwals Timmy auf der dänischen Insel Anholt hat am Donnerstag begonnen und bereits erste Erkenntnisse geliefert. Die Experten entdeckten einen bislang unbekannten Parasiten in Timmys Niere. Zudem wurde bestätigt, dass es sich bei dem Wal um ein Weibchen handelt, das etwa vier bis fünf Jahre alt war.
Schwierige Untersuchung unter schaurigen Bedingungen
Die Tierärzte und Walexperten mussten unter extremen Bedingungen arbeiten. Der Kadaver war bereits stark verwest, was die Arbeit erschwerte. Im Schutzanzug und mit Notizblöcken bewaffnet, begutachteten sie den gelblich-braun verfärbten Körper. Der Gestank war unerträglich, dennoch arbeiteten die Forscher ohne Masken. Zahlreiche Schaulustige verfolgten das Geschehen aus sicherer Entfernung.
Parasitenbefall in der Niere
Während der Obduktion hielt Tierarzt Tim Jensen die Niere des Wales hoch und zeigte auf Würmer. Es handelt sich um Parasiten, die noch genau bestimmt werden müssen. Nach erster Einschätzung haben sie jedoch keine Krankheit am Organ verursacht. Unklar ist, ob die Würmer vor oder nach dem Tod des Wales in die Niere gelangten.
Weitere Untersuchungen und Ergebnisse
Die Experten entnahmen Gewebeproben von Herz und Gehirn. Mit einem Bagger wurde die Schwanzflosse abgetrennt, und auch das Zungenbein sowie der Halswirbel wurden für weitere Analysen sichergestellt. Die Obduktion bestätigte zudem das Geschlecht des Wales: Der Gebärmutterhals wurde entdeckt, es handelt sich um eine Walkuh.
Nun wird geprüft, ob ein Netz zum Tod des Wales beigetragen hat. Die genaue Todesursache lässt sich aufgrund des fortgeschrittenen Verwesungszustands jedoch nur schwer ermitteln. Erste Obduktionsergebnisse werden frühestens in sechs Monaten erwartet.
Abtransport des Kadavers
Die Reste des Kadavers sollen voraussichtlich Anfang der kommenden Woche von der Insel Anholt abtransportiert werden. Morten Abildstrøm vom dänischen Amt für Naturverwaltung erklärte, dass ein Abtransport am Wochenende aufgrund eingeschränkter Öffnungszeiten der zuständigen Unternehmen wenig sinnvoll sei.



