„Maskenmann“ Martin Ney in Frankreich zu lebenslanger Haft verurteilt
„Maskenmann“ in Frankreich zu lebenslanger Haft verurteilt

Der als „Maskenmann“ bekannte Serienverbrecher Martin Ney ist in Frankreich zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ein Gericht in Nantes sprach den 55-jährigen Deutschen schuldig, im Jahr 2004 den zehnjährigen Jonathan C. entführt und ermordet zu haben. Damit folgte es der Forderung der Staatsanwaltschaft, wie mehrere französische Medien übereinstimmend berichten.

Ney, der in Deutschland bereits wegen des Mordes an drei Kindern eine lebenslange Haftstrafe verbüßt, war für die Tat in Frankreich angeklagt worden. Der Junge war im April 2004 aus einem Schullandheim in Saint-Brévin-les-Pins im Westen Frankreichs verschwunden. Sechs Wochen später wurde seine Leiche in einem Teich gefunden – unbekleidet, gefesselt und mit einem etwa 20 Kilogramm schweren Stein beschwert.

Jahrelange Ermittlungen und Indizien

Die französischen Behörden hatten bereits früh Parallelen zu den Taten des „Maskenmannes“ in Norddeutschland erkannt. Dennoch fehlten zunächst konkrete Beweise wie DNA-Spuren. Ein entscheidender Hinweis kam von einem Zeugen, der in der Tatnacht ein Auto mit deutschem Kennzeichen in der Nähe des Teichs gesehen hatte. Der Fahrer schien etwas ausladen zu wollen, fuhr dann aber weg.

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Erst 2017, nachdem ein Mithäftling Neys namens Mario T. ausgesagt hatte, der Deutsche habe ihm fünf weitere ungeklärte Morde gestanden, darunter einen in Frankreich, richtete sich der Fokus der Justiz endgültig auf Ney. 2021 wurde er unter strengen Sicherheitsvorkehrungen nach Nantes überstellt.

Doppelleben des Pädagogen

Martin Ney, 1970 in Bremen geboren, führte jahrelang ein Doppelleben. Tagsüber arbeitete er als Kinderbetreuer auf Ferienfreizeiten und in Heimen. Nachts verwandelte er sich in den „Maskenmann“ – eine Identität, die er durch das Tragen einer schwarzen Sturmhaube schützte. Zwischen 1992 und 2001 drang er in Norddeutschland in Kinderzimmer ein, missbrauchte zahlreiche Jungen und tötete drei von ihnen im Alter von acht, neun und 13 Jahren.

Im Februar 2012 verurteilte das Landgericht Stade Ney zu lebenslanger Haft und stellte die besondere Schwere der Schuld fest. Das Urteil erging nach einem Geständnis, das er nach elfstündigen Gesprächen mit zwei Polizeibeamten abgelegt hatte.

Reaktionen und Kritik

Der Vater von Jonathan C. äußerte sich nach dem Urteil erleichtert, kritisierte jedoch die mangelnde Sicherheit für Kinder in Freizeiteinrichtungen und Schulen. „Unsere Kinder müssen endlich in Sicherheit sein“, sagte er dem französischen Sender Ici Loire Océan. Ermittlungen hatten ergeben, dass das Tor des Ferienzentrums in der Tatnacht nicht geschlossen war und die Zugänge nicht durchgehend abgesperrt waren.

Mit dem Urteil in Nantes ist der Fall für die französische Justiz abgeschlossen. Ney bleibt jedoch in Deutschland inhaftiert, wo er seine lebenslange Strafe verbüßt. Die besondere Schwere seiner Schuld wurde auch in Frankreich anerkannt.

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