Laos: Goldsucher überleben zehn Tage in überfluteter Höhle
Laos: Goldsucher überleben zehn Tage in Höhle

Überraschende Selbstrettung nach Höhlendrama in Laos

Die Rettungsteams hatten nicht damit gerechnet, dass die Eingeschlossenen es aus eigener Kraft nach draußen schaffen. Doch vier der vermissten Goldsucher in Laos schafften es überraschend selbst ins Freie und berichten nun von ihrem Überlebenskampf.

Einen Tag nach ihrer Selbstrettung haben die Goldsucher aus Laos erzählt, wie es ihnen in der Höhle ergangen ist. „Ich hatte Angst, weil wir dort allein waren“, sagte der 23-jährige Friseur Mee Singfamalai dem US-Sender CNN. Er erholt sich derzeit im Krankenhaus.

Die Suche nach Gold endete im Albtraum

Am 20. Mai waren sieben Dorfbewohner auf der Suche nach Gold in die weitverzweigte Höhle in einer abgelegenen Gegend von Xaysomboun im Zentrum von Laos hinabgestiegen. Plötzlich einsetzender Monsunregen überraschte sie. Wassermassen fluteten das Höhlensystem, zudem gab es einen Erdrutsch. Ein Mann wurde später von Spezialtauchern gerettet, vier Männer schafften es aus eigener Kraft völlig überraschend ins Freie. Noch wenige Stunden zuvor hatten Experten weitere Bergungsversuche wegen der extremen Risiken für kaum möglich gehalten. Das Schicksal zweier Vermisster ist ungewiss.

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Der waghalsige Fluchtversuch

Als die vier Geretteten bemerkten, dass das Wasser endlich zurückging, fanden sie die Kraft für den Fluchtversuch. „Wir waren schon lange dort, und das Wasser war versiegt. Drinnen war es zu kalt, also beschlossen wir, herauszukriechen“, erzählte Singfamalai. Das Wasser habe in einigen Abschnitten der Höhle mindestens einen Meter tief gestanden. „Manchmal mussten wir tauchen, manchmal mussten wir kriechen. Wir krochen langsam. Der Gang war etwa so breit wie ein Mensch.“

Zusammenhalt in der Kälte

In den Tagen zuvor hätten sie sich eng aneinander gehalten, um der Kälte zu begegnen. Erschöpft und nur von Wasser lebend, schliefen sie so viel wie möglich und beteten um Rettung. „Wir haben eng umschlungen geschlafen“, sagte Singfamalai. „Das hat sehr geholfen. Wir hatten keine Decken.“ Trotz des wachsenden Hungers klammerten sie sich an die Hoffnung, der Höhle wieder entkommen zu können.

Die Sehnsucht nach der Familie gab Kraft

„Ich habe immer daran geglaubt, dass ich überleben würde. Ich musste es unbedingt wieder schaffen, meine Schwestern und meine Mutter zu sehen“, sagte Singfamalai. „Als wir nach draußen traten und die Menschen uns zujubelten, fühlte es sich an, als hätte ich ein neues Leben geschenkt bekommen. Es war überwältigend. Plötzlich hatte ich wieder Hoffnung.“

Erster Besuch in der Höhle

Es war sein erster Besuch in dieser Höhle, die sich in den Ausläufern eines Bergbauprojekts in der Nähe des Dorfes Long Tieng befindet. Nachdem er und seine Freunde schon einmal anderswo Gold gefunden hatten, beschlossen sie, ihr Glück in dieser Höhle zu versuchen. „Wir haben gehört, dass es dort Gold gibt, also sind wir hineingegangen, um danach zu suchen. Dann wurde die Höhle überflutet, und wir konnten nicht mehr herauskommen.“

Die Suche nach den Vermissten geht weiter

Zu den letzten beiden Vermissten hatte die Gruppe keinen Kontakt. Vermutlich sind sie an anderer Stelle in die Höhle eingestiegen. „Nach unserem Kenntnisstand befindet sich eine beträchtliche Luftblase deutlich weiter draußen, etwa 100 Meter entfernt, in einer ziemlich lebensgefährlichen Passage“, sagte der australische Taucher Josh Richards dem CNN. Dort soll jetzt gesucht werden.

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