Im August vergangenen Jahres machten Mitarbeiter des städtischen Bauhofs von Filderstadt eine grausige Entdeckung. Sie fanden einen Rollkoffer mit einer Frauenleiche darin – versteckt unter einer Brücke nahe einem Spielplatz. Der Fund in einem ausgetrockneten Bachlauf gehört zu einem der ungewöhnlichsten Kriminalfälle Deutschlands.
Jetzt, zehn Monate später, sitzt ein tatverdächtiger Mann (51) auf der Anklagebank des Stuttgarter Landgerichts. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Totschlag im Drogenmilieu vor. Der Angeklagte soll die 41-jährige Frau getötet und ihre Leiche anschließend in einem Koffer durch die Stadt gezogen haben – ganze 210 Meter weit.
Die grausige Tat
Laut Anklage lernte der Beschuldigte das spätere Opfer über gemeinsame Bekannte im Drogenmilieu kennen. Aus bislang ungeklärten Gründen eskalierte ein Streit, bei dem der Mann die Frau erwürgte. Um die Tat zu vertuschen, packte er die Leiche in einen großen Rollkoffer und zog diesen durch die Straßen von Filderstadt. Die Route führte unter anderem an Wohnhäusern und einem Supermarkt vorbei, bevor er den Koffer unter einer Brücke abstellte.
Die Entdeckung des Koffers
Erst Tage später fanden Bauhofmitarbeiter den Koffer bei Routinearbeiten. Die Polizei sicherte Spuren und konnte den Tatverdächtigen nach umfangreichen Ermittlungen festnehmen. Die Obduktion ergab, dass die Frau durch Strangulation starb. Zudem fanden sich Drogenrückstände in ihrem Blut.
Der Prozess am Landgericht Stuttgart ist auf mehrere Verhandlungstage angesetzt. Der Angeklagte hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Im Falle einer Verurteilung droht ihm eine langjährige Haftstrafe.
Der Fall sorgt in der Region für Entsetzen. Die genauen Hintergründe der Tat sind noch unklar, doch die Ermittler gehen von einem Beziehungsgeflecht im Drogenmilieu aus. Die Verhandlung wird fortgesetzt.



