Joko und Klaas zeigen in dreistündiger Ukraine-Doku den Kriegsalltag
Joko und Klaas: Dreistündige Ukraine-Dokumentation

Joko und Klaas zeigen eindringliche Ukraine-Dokumentation

Die Entertainer Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf haben ihre freie Sendezeit bei ProSieben genutzt, um den Alltag an der ukrainischen Front aus der Sicht Betroffener zu zeigen. Die eigentlich geplanten 15 Minuten Sendezeit, die die beiden bei ihrem Haussender gewonnen hatten, wurden am Donnerstagabend für die Dokumentation „Joko & Klaas Live - #dontlookaway“ auf mehr als drei Stunden verlängert. Die Sendung war komplett werbefrei.

Worum geht es in der Doku #dontlookaway?

Ein Drohnen-Pilot, ein Chirurg, eine Mitarbeiterin einer Stadtverwaltung, ein Evakuierungshelfer und ein Polizist erzählen und schildern das Grauen des mittlerweile mehr als 1.560 Tage dauernden russischen Angriffskriegs. Eine in der Ukraine lebende Kontaktperson führte nach Senderangaben die Interviews mit den Betroffenen.

Die Dokumentation beginnt mit den Worten eines Protagonisten: „Vor einiger Zeit haben sie uns Kameras in die Ukraine geschickt und gefragt: Was würdet ihr Menschen über euren Alltag erzählen? Was sollten sie sehen? Das ist es, was wir euch zeigen wollen. So sehen unsere Tage aus. Das ist unser Leben. Schaut nicht weg.“ Die Dokumentation endet mit den Worten: „Wenn der Krieg kommt, ist es so schockierend. Es ändert alles. Deshalb leben wir im Augenblick.“

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Menschen in der Ukraine zeigen Kriegsalltag

In der Dokumentation wechseln die Protagonisten ständig. Mal ist Chirurg Andriy zu sehen, wie er den Arm eines Schwerverletzten bandagiert und erzählt, es würden auch Leichen gebracht. Dann werden laut weinende Menschen gezeigt, die ihre Angehörigen verloren haben. Olha, Mitarbeiterin eines kommunalen Unternehmens des Stadtrats von Cherson, läuft durch zerstörte Wohnungen. Eine 81-jährige Bewohnerin sagt, wenn sie beim Drohneneinschlag da gewesen wäre, wäre sie nun tot. Der Drohnen-Pilot Dmytro zeigt Dutzende auf dem Boden einer Wohnung stehende Drohnen und sagt: „Unsere Drohnen, die heute töten gehen.“ Während eine Polizistin mit verzweifeltem Blick fragt: „Warum trifft uns dieses Leid?“ Der Arzt Andriy meint am Ende, er wünsche sich so sehr, dass es nie wieder einen so schrecklichen Krieg geben werde. Er habe aber den Eindruck, der Krieg werde nie enden. Er wolle so gerne zurück zu seiner Frau. Sagt der 39-Jährige.

Klaas Heufer-Umlauf richtet Worte an Putin-Unterstützer

Via Instagram äußerten sich die beiden Moderatoren zur Veröffentlichung der Dokumentation. Joko dankte dabei dem Sender ProSieben für die Ausstrahlung. Klaas wiederum richtete seine Worte explizit an die Unterstützer von Kremlchef Wladimir Putin: „Wenn man sich überlegt, dass jetzt gerade ein paar Leute von der AfD und irgendwelche Wirtschaftsbosse da beim Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg sitzen und Putin huldigen: Guckt euch mal an, bei wem ihr da eigentlich seid. Überlegt euch doch mal, während ihr schaut, was für ein Gefühl das auslöst.“

Joko und Klaas nutzen Formate für gesellschaftliche Themen

Joko und Klaas nutzen ihre Formate bei ProSieben seit Jahren auch für gesellschaftliche und politische Themen – etwa zu Seenotrettung, Rechtsextremismus oder Frauenrechten. Die beiden Entertainer gehören zu den wichtigsten Gesichtern des Senders. Produktionen wie „Joko & Klaas gegen ProSieben“ erreichen regelmäßig ein großes Publikum und gelten als wichtige Quotentreiber für den Sender.

Ukraine-Doku vor allem bei Jungen beliebt

Die spontane Ausstrahlung stieß insbesondere beim jüngeren Publikum auf Interesse: Im Schnitt 310.000 Zuschauerinnen und Zuschauer zwischen 14 und 49 Jahren ließen sich über 200 Minuten hinweg auf den Film ein; das entsprach einem Marktanteil von 9,7 Prozent. Insgesamt waren 460.000 Menschen dabei. Die sogenannte Netto-Reichweite belief sich laut ProSieben auf 2,88 Millionen Menschen, wie der Branchendienst „DWDL.de“ am Freitagmorgen berichtete. Das bedeutet: So viele Leute kamen zumindest für kurze Zeit mit dem Film in Berührung. Zum Vergleich und zur Einordnung: Quotensieger ab 20.15 Uhr war die ARD-Wiederholung „Der Zürich-Krimi: Borchert und der Schuss ins Herz“ aus dem Jahr 2024 mit rund 4,1 Millionen Zuschauern (davon 266.000 unter 50).

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