Die Spannungen im Nahen Osten haben sich dramatisch verschärft: Der Iran hat Raketen auf Israel abgefeuert, und Israel hat daraufhin mit Luftangriffen auf iranische Militärziele reagiert. US-Präsident Donald Trump warnte vor den Auswirkungen auf die laufenden Friedensverhandlungen zwischen Washington und Teheran.
Israelische Luftangriffe im Iran
Die israelische Luftwaffe griff in der Nacht zum Montag Ziele im Westen und Zentrum des Iran an. Nach Angaben des israelischen Militärs kamen luftgestützte ballistische Raketen zum Einsatz. In der Hauptstadt Teheran waren Explosionen zu hören, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Mehr. Auch nahe der Stadt Karadsch, etwa 40 Kilometer außerhalb Teherans, gab es eine Detonation, wie die Nachrichtenagentur Nournews unter Berufung auf Insider meldete.
Trump warnt Netanjahu
US-Präsident Trump hatte den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zuvor eindringlich davor gewarnt, die Friedensgespräche mit dem Iran durch weitere Militärschläge zu gefährden. „Ich habe das Sagen. Ich habe absolut das Sagen. Er hat nicht das Sagen“, sagte Trump der „Financial Times“. In einem Telefonat am Sonntag forderte Trump Netanjahu auf, von weiteren Angriffen abzusehen, da man kurz vor einem guten Abkommen stehe, berichtete Axios unter Berufung auf einen US-Regierungsvertreter.
Iranischer Raketenangriff auf Israel
Der israelischen Offensive war ein iranischer Raketenangriff auf Israel am Sonntag vorausgegangen. Staatsmedien der Islamischen Republik meldeten mehrere Raketensalven. Das israelische Militär gab an, alle Raketen der ersten Wellen abgefangen zu haben. Nach Angaben des TV-Senders N12 schlugen Raketentrümmer im Norden Israels ein, unter anderem nahe der Stadt Tiberias. Eine 79-Jährige erlitt Verletzungen am Kopf, als sie in einen Schutzraum eilte. Der Unterricht an allen Schulen wurde für Montag abgesagt, der Flughafen bei Tel Aviv blieb zunächst geöffnet.
Reaktion auf Angriffe im Libanon
Das iranische Zentralkommando begründete die Raketenangriffe mit „wiederholten Verstößen“ der israelischen Armee gegen die Waffenruhe im Libanon. Teheran unterstützt die schiitische Hisbollah-Miliz. Israel hatte am Sonntag „Terroristen-Hauptquartiere“ in Vororten von Beirut angegriffen, als Reaktion auf Beschuss der Hisbollah. Die Revolutionsgarden bezeichneten die Angriffe als „Warnung“. Sollte der Krieg voll ausbrechen, „werden die Antworten umfassender ausfallen und sämtliche amerikanisch-zionistischen Ziele in der Region einschließen“. Der Iran sperrte seinen Luftraum im Landeswesten, auch Irak und Syrien schlossen ihre Lufträume vorübergehend.
Trump: „Israel hat genug reagiert“
Trotz der Eskalation betonte Trump im Interview mit der Financial Times, die neuen Angriffe würden „keinerlei Auswirkungen“ auf ein Abkommen haben. Netanjahu werde „keine andere Wahl“ haben, als zu akzeptieren, was die USA mit dem Iran aushandelten. Laut Fox News sagte Trump, er würde dem Iran raten, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. „Am Montag, Dienstag oder Mittwoch kommender Woche“ könne eine Einigung erzielt werden. Kritiker bezweifeln jedoch Fortschritte in den Verhandlungen. Der israelische Iran-Experte Danny Citrinowicz schrieb auf X, Trump sei bereit, nahezu um jeden Preis eine Einigung zu erzielen, um eine regionale Konfrontation zu vermeiden.



