Auf der dänischen Insel Anholt hat die mit Spannung erwartete Obduktion des Buckelwals begonnen, der als „Timmy“ oder „Hope“ bekannt wurde. Der Kadaver war vor rund drei Wochen an der Küste angespült worden, nachdem der Wal mehrfach in der Ostsee gestrandet war. Nun trafen Fachleute ein, um das Tier zu untersuchen und die genaue Todesursache zu ermitteln.
Erste Schritte der Untersuchung
Bilder des Livestream-Anbieters News5 zeigten, wie das Team den gelb-bräunlichen Kadaver zunächst genau begutachtete und Notizen machte. Anschließend vermaßen die Experten das Tier mit verschiedenen Maßbändern und hielten die Ergebnisse auf Klemmbrettern fest. Danach wurde der Kadaver mit einem länglichen Messer aufgeschnitten, um die Fäulnisgase aus dem stark aufgeblähten Körper abzulassen. Später soll der Wal geöffnet und zerteilt werden. Auch Schaulustige und Medienvertreter versammelten sich hinter der Absperrung, um die Arbeiten zu verfolgen.
Ziele der Obduktion
Die Experten wollen primär herausfinden, woran der Buckelwal gestorben ist, der seit Wochen Schlagzeilen macht. Zudem soll abschließend geklärt werden, ob der Wal mit dem Jungennamen – wie bereits vermutet – eigentlich ein Weibchen ist. Dafür ist unter anderem die Entnahme von Hautproben für einen DNA-Test geplant. Die Obduktion ist auf etwa sechs Stunden anberaumt.
Heikle Angelegenheit
Gegen 16.15 Uhr trafen am Strand von Anholt zahlreiche Fachleute ein, die teils Schutzanzüge anzogen. Der Kadaver liegt seit mehreren Wochen vor der Urlaubsinsel und ist durch Fäulnisgase stark aufgebläht, zudem wurde er von Möwen traktiert. Anwesende benötigen daher einen guten Magen. Der dänische Wal-Forscher Peter Teglberg Madsen warnte: „Der Wal hat jetzt schon sehr lange in der Sonne gelegen und wird sehr stinken. Jeder, der sich dem Wal nähert, kann sich mit Krankheiten, Viren oder Bakterien anstecken. Deshalb begrenzen wir die Zahl der Menschen am Wal und tragen Schutzkleidung, Schürzen, Masken, Handschuhe.“
Interesse aus Deutschland
Aus der Ferne wollte auch das Umweltministerium von Mecklenburg-Vorpommern die Obduktion verfolgen, wie eine Sprecherin der dpa mitteilte. Auch die Umweltschutzorganisation Greenpeace und das in Stralsund ansässige Deutsche Meeresmuseum wollten per Stream dabei sein. Der Kadaver sollte voraussichtlich zumindest an diesem Donnerstag noch auf der dänischen Insel Anholt bleiben.



