Weltkriegsbombe in Potsdam erfolgreich entschärft – alle Sperrungen aufgehoben
Bombe in Potsdam entschärft – Sperrungen aufgehoben

Am Dienstagmittag ist im Potsdamer Zentrum eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe US-amerikanischer Bauart aus dem Zweiten Weltkrieg erfolgreich entschärft worden. Der Blindgänger war am 3. Juni auf einer Baustelle an der Leipziger Straße entdeckt worden. Wegen der Entschärfung kam es zu massiven Einschränkungen im Nahverkehr, der Hauptbahnhof war gesperrt. Rund 6500 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen. Um 12.29 Uhr wurden alle Sperrungen aufgehoben.

Entschärfung erfolgreich – Sperrkreis aufgehoben

Um 12.29 Uhr wurde der Sperrkreis aufgehoben, teilte die Stadt mit. „Der Bombeneinsatz unter der Leitung des Ordnungsamtes der Landeshauptstadt Potsdam rund um den Fundort an der Leipziger Straße war erfolgreich“, hieß es in einer Mitteilung. Sprengmeister Mike Schwitzke und das Team des Kampfmittelbeseitigungsdienstes des Landes Brandenburgs entschärften die Bombe. Alle Sperrungen wurden aufgehoben, Autos, Busse, Straßenbahnen und Züge können wieder fahren.

Dank der Oberbürgermeisterin

Potsdams Oberbürgermeisterin Noosha Aubel (parteilos) bedankte sich nach dem Einsatz bei den Bürgerinnen und Bürgern: „Viele Menschen waren von den Sicherheitsmaßnahmen betroffen und haben mit ihrem besonnenen Verhalten dazu beigetragen, dass der Einsatz sicher und zügig durchgeführt werden konnte. Besonders danke ich den Einsatzkräften, die diese anspruchsvolle Maßnahme mit großer Professionalität und hohem Engagement vorbereitet und durchgeführt haben.“

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Zünder gesprengt

Der Zünder der Bombe wurde am Dienstagmittag gesprengt. Zuvor sei die Evakuierung reibungslos und ohne Vorkommnisse verlaufen, so die Stadt, die sich bei allen Potsdamerinnen und Potsdamern für die Unterstützung bedankte.

220. Bombenfund seit 1990

Die Bombe wurde bei einer systematischen Absuche gefunden. Es handelt sich um den 220. Weltkriegssprengkörper, der seit 1990 in der Landeshauptstadt gefunden wurde. Es ist der dritte Einsatz aufgrund von Munitionsfunden in diesem Jahr in Potsdam.

Evakuierung und Betreuung der Anwohner

Rund 6500 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen. Die Feuerwehr Potsdam betrieb den Katastrophenschutz-Leuchtturm 10 in Zentrum Ost, in dem sich rund 30 Personen aufhielten. Die Stimmung war entspannt, es gab Getränke, Mikrowellen und Lademöglichkeiten für Handys. Viele Senioren nutzten das Angebot. Hanne-Lore Thurein (85) fühlte sich gut aufgehoben: „Es gibt alles, was ich brauche.“ Herbert Fritz Gabelmann (94) erinnerte sich an das unzerstörte Potsdam und freute sich über die netten Leute in der Halle.

180 Einsatzkräfte der Feuerwehr

Die Potsdamer Feuerwehr unterstützte den Einsatz mit rund 180 Einsatzkräften. Sie kümmerten sich um den Transport von 90 Personen, der bereits abgeschlossen war. Nach der Entschärfung wurden alle wieder zurückgebracht.

Herausforderungen bei der Entschärfung

Sprengmeister Mike Schwitzke erklärte, dass die Bombe sich in einem Trümmerfeld befinde und erst ausgiebig gereinigt werden müsse. Der Zustand der Bombe sei schlecht. Nach der Reinigung sollte der Zünder herausgedreht werden. Eine Sprengung kam nicht infrage, da die Bombe 1,50 Meter über dem Kellergewölbe des Eiskellers der ehemaligen Brauerei Potsdam lag. „Wenn man sprengen würde, wäre es eine Katastrophe“, so Schwitzke. Die Entschärfung dauerte etwa 30 Minuten bis eine Stunde.

Autofreie Innenstadt

Während der Entschärfung war die Potsdamer Innenstadt autofrei. Die Grenzen des Sperrkreises waren abgeriegelt, nur Straßenbahnen fuhren noch durch, hielten aber nicht am Hauptbahnhof.

Historischer Hintergrund

Während des Zweiten Weltkriegs fielen im September 1940 die ersten Sprengbomben auf Potsdam. Einen Großangriff flogen die Briten am 14. April 1945 mit über 1500 Tonnen Sprengbomben. Etwa 1600 Menschen starben in der „Nacht von Potsdam“. US-Bomber warfen am 21. Juni 1944 Bomben ab, unter anderem über der Speicherstadt und dem Bahnhofsgelände.

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