Heftige Explosionen in Kiew: Mindestens acht Tote bei russischem Angriff
Acht Tote bei russischem Angriff auf Kiew

In der Nacht zum 6. Juli hat Russland die ukrainische Hauptstadt Kiew mit mehreren Wellen von Raketen und Drohnen angegriffen. Mindestens acht Menschen kamen ums Leben, 34 weitere wurden verletzt, wie die Behörden mitteilten. Der Angriff erfolgt nur zwei Tage vor dem Beginn des Nato-Gipfels in Ankara (Türkei).

Drei Angriffswellen erschüttern Kiew

Gegen 1.40 Uhr Ortszeit waren laut Journalisten des „Kyiv Independent“ und lokalen Medien die ersten Explosionen zu hören. Weitere Angriffswellen folgten gegen 2.10 Uhr und 3.15 Uhr. Bewohner des Vororts Sofijiwska Borschtschahiwka westlich von Kiew berichteten zudem über Stromausfälle. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte erst wenige Stunden zuvor vor einer weiteren groß angelegten Attacke gewarnt.

Wohnhaus in Kiew teilweise zerstört

Tymur Tkatschenko, Chef der Militärverwaltung von Kiew, teilte mit, dass ein Wohnhaus im Stadtbezirk Podilskyi zwischen dem fünften und neunten Stockwerk teilweise zerstört wurde. „Da sitzen Menschen (...) fest“, schrieb Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram. Fotos und Videos in sozialen Netzwerken zeigen, wie ein Teil der Fassade nach einem Raketeneinschlag eingestürzt ist. Auch im Stadtbezirk Darnyzkyj gab es Schäden an Gebäuden. In den Gemeinden Butscha, Wyschhorod und Browary in der Region Kiew wurden Wohnhäuser, Unternehmen und andere Gebäude beschädigt.

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Opferzahlen und Reaktionen

Innerhalb der Stadtgrenzen von Kiew wurden nach offiziellen Angaben mindestens sieben Menschen getötet und 24 verletzt. In Gemeinden außerhalb der Hauptstadt kam nach Angaben des Gouverneurs der Region Kiew, Mykola Kalaschnyk, mindestens ein weiterer Mensch ums Leben, zehn wurden dort verletzt. In fast allen Regionen der Ukraine wurde in der Nacht Luftalarm ausgelöst. Als Reaktion auf die Raketenstarts teilte die polnische Luftwaffe mit, dass sie Kampfjets gestartet habe, um vorsorglich den eigenen Luftraum zu schützen.

Selenskyj fordert mehr Luftabwehr

Selenskyj forderte die Bevölkerung auf, den Luftalarm ernst zu nehmen, und rief die Verbündeten dazu auf, die Lieferung von Patriot-Luftabwehrraketen zu beschleunigen. Der Angriff erfolgte wenige Tage vor einem geplanten Treffen zwischen Selenskyj und US-Präsident Donald Trump am Rande des Nato-Gipfels in der Türkei am 8. Juli. Ziel des Treffens ist ein neuer Anlauf, den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu beenden. Kurz zuvor hatte Trump nach Angaben des Kreml-Beraters Juri Uschakow fast 90 Minuten mit Putin telefoniert. Dabei habe der US-Präsident angeboten, bei einer Beendigung des Krieges in der Ukraine zu helfen.

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