Die Ozeane der Erde befinden sich nach Einschätzung der Vereinten Nationen in einer „zunehmenden Krise“, die ein „dringendes Handeln“ der internationalen Gemeinschaft erfordert. In dem am Montag veröffentlichten dritten Welt-Ozean-Bericht (WOA) der UNO heißt es: „Der Ozean ist die Grundlage des Lebens auf der Erde. Aber seine Gesundheit ist in großer Gefahr, weil Ökosysteme und Lebensräume den kritischen Kipppunkten näherkommen oder sie überschreiten.“
Hunderte Experten warnen vor Kipppunkten
An dem mehr als 1300 Seiten umfassenden Bericht haben rund 600 Wissenschaftler aus aller Welt fünf Jahre lang gearbeitet. Sie zeichnen ein düsteres Bild vom Zustand der Meere, die mehr als 70 Prozent der Erdoberfläche bedecken. Die Experten stellen fest, dass die Meere sich immer schneller erwärmen und der Meeresspiegel rascher ansteigt. Gleichzeitig schrumpfe die Eisdecke, und die marinen Ökosysteme gerieten zunehmend unter Druck.
Ursachen der Krise: Klimawandel, Überfischung, Verschmutzung
Der Bericht schildert detailliert die zunehmenden Folgen des Klimawandels, der Umweltverschmutzung und der Überfischung. Diese drei Faktoren treiben die Ozeane nach Ansicht der UNO immer näher an kritische Kipppunkte, jenseits derer irreversible Schäden drohen. Die Autoren betonen, dass die Widerstandsfähigkeit der Meere abnimmt und ihre Fähigkeit, als Kohlenstoffsenke zu dienen, gefährdet ist.
- Die Erwärmung der Ozeane führt zu häufigeren und intensiveren Hitzewellen im Meer.
- Die Versauerung des Wassers schädigt Korallenriffe und Muscheln.
- Der Verlust von Sauerstoff in Küstengewässern bedroht das Leben im Meer.
Forderung nach sofortigem Handeln
Die Vereinten Nationen appellieren an die Staaten der Weltgemeinschaft, umgehend Maßnahmen zu ergreifen. Dazu gehören eine drastische Reduzierung der Treibhausgasemissionen, ein nachhaltiges Fischereimanagement und ein wirksamer Schutz der Meeresökosysteme. Nur so könne die Krise der Ozeane noch abgewendet werden.
Der Bericht unterstreicht, dass die Ozeane eine zentrale Rolle für das Klima und die Biodiversität spielen. Ihr Schutz sei daher nicht nur eine ökologische, sondern auch eine wirtschaftliche und soziale Notwendigkeit.



