Der Weltfußballverband Fifa hat im Streit um Wasserflaschen in den Stadien der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 eine überraschende Kehrtwende vollzogen. Nachdem zunächst ein striktes Verbot für das Mitbringen von Wasserflaschen ausgesprochen worden war, dürfen Fans nun doch eigene Getränkebehälter mit ins Stadion nehmen. Diese Entscheidung folgt auf heftige Proteste von Anhängern und Gesundheitsexperten, die vor allem angesichts der zu erwartenden Extremtemperaturen während des Turniers Alarm geschlagen hatten.
Neue Regelung für Wasserflaschen
Der für den operativen Ablauf zuständige WM-Verantwortliche Heimo Schirgi gab am Freitag bekannt, dass alle Fans eine verschlossene Einweg-Wasserflasche aus weichem Kunststoff mit einem Fassungsvermögen von maximal 590 Millilitern (20 Unzen) zu jedem Spiel der Fifa-Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA und Kanada mitbringen dürfen. Diese Regelung gilt ausdrücklich nur für Flaschen aus Weichplastik, während Hartplastikflaschen aus Sicherheitsgründen weiterhin verboten bleiben. Die Ankündigung erfolgte über den Onlinedienst X, wo Schirgi die neuen Bestimmungen erläuterte.
Hintergrund des Verbots und der Proteste
Die Fifa hatte erst am Dienstag erklärt, dass Fans selbst leere Wasserflaschen nicht in die Stadien bringen dürften. Dies hätte bedeutet, dass ein Nachfüllen an Wasserhähnen oder Trinkbrunnen nicht möglich gewesen wäre. Die Zuschauer wären gezwungen gewesen, Wasser im Stadion zu kaufen, wo die Preise oft hoch sind. Diese Entscheidung löste einen Sturm der Entrüstung aus, nicht nur unter den Fans, sondern auch bei Gesundheitsexperten und Wissenschaftlern.
Bereits im Mai hatte eine Gruppe führender Wissenschaftler die Fifa davor gewarnt, dass die aktuellen Hitzeschutzmaßnahmen für die WM unzureichend seien. Die Forscher wiesen darauf hin, dass die Temperaturen in 14 der insgesamt 16 genutzten Stadien gefährliche Werte überschreiten könnten, was die Notwendigkeit der Flüssigkeitsaufnahme bei Spielern und Fans noch erhöht. Die WM findet vom 11. Juni bis zum 19. Juli 2026 in Mexiko, den USA und Kanada statt – eine Zeit, in der in vielen Austragungsorten extreme Hitze herrscht. Schon beim Turnier 1994 in den USA und bei der Klub-WM war die Hitze ein großes Thema.
Reaktionen auf die Kehrtwende
Die Entscheidung der Fifa, das Verbot zurückzunehmen, wurde von Fans und Experten begrüßt. Viele hatten befürchtet, dass das ursprüngliche Verbot zu gesundheitlichen Problemen führen könnte, insbesondere bei langen Spielen und hohen Temperaturen. Die neue Regelung ermöglicht es den Zuschauern, sich selbst mit Wasser zu versorgen und so Dehydrierung vorzubeugen. Allerdings bleibt abzuwarten, ob die Umsetzung in den Stadien reibungslos funktioniert und ob weitere Maßnahmen zum Hitzeschutz ergriffen werden.
Die Fifa betonte, dass die Sicherheit weiterhin oberste Priorität habe, weshalb Hartplastikflaschen verboten blieben. Die Erlaubnis für Weichplastikflaschen sei ein Kompromiss, der sowohl den Sicherheitsanforderungen als auch den Bedürfnissen der Fans gerecht werde. Ob diese Regelung ausreicht, um die Kritik an den Hitzeschutzmaßnahmen zu besänftigen, bleibt jedoch fraglich.



