Proteste in Kuba nach landesweitem Stromausfall wegen US-Blockade
Proteste in Kuba nach landesweitem Stromausfall

Proteste in Havanna nach erneutem Blackout

In der kubanischen Hauptstadt Havanna sind am Dienstagabend erneut Proteste ausgebrochen. Hunderte erschöpfte Anwohner in den Randbezirken Jaimanitas und Santa Fe zogen bei hohen Temperaturen durch die Straßen, schlugen auf Töpfe, hupten und forderten in Sprechchören die Wiedereinschaltung des Stroms. Der Inselstaat erlebte am Montag den dritten landesweiten Stromausfall in diesem Jahr.

Langsame Wiederherstellung der Stromversorgung

Die Behörden begannen langsam mit der Wiederherstellung der Versorgung. Zunächst würden wichtige Einrichtungen wie Krankenhäuser und Zentren für die Lebensmittelproduktion wieder mit Strom versorgt, teilte der Netzbetreiber UNE mit. Bis zum späten Nachmittag konnte jedoch nur ein Prozent des Bedarfs der Hauptstadt Havanna gedeckt werden. Laut dem Betreiber sei das Problem am Dienstagabend in den meisten Regionen wieder behoben gewesen. Jedoch saßen viele Menschen weiterhin im Dunkeln, und in der zweitgrößten Stadt Santiago de Cuba floss den Behörden zufolge gar kein Strom.

Schwere Energiekrise und Treibstoffknappheit

Der Zusammenbruch ist der jüngste Rückschlag für die Insel, die bereits unter einer schweren Energie-, Treibstoff- und Medikamentenknappheit leidet. Seit Monaten kommt es zu stunden- und tagelangen Stromausfällen. „Die Hitze, die Mücken, es ist einfach unerträglich“, sagte eine 60-Jährige aus Havanna der Nachrichtenagentur Reuters. „Wie lange soll das noch so weitergehen? Ehrlich gesagt, wir können nicht mehr.“ Es ist der achte landesweite Stromausfall seit Oktober 2025 und der dritte in diesem Jahr.

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US-Ölblockade als Ursache

Ein Grund für die Stromausfälle ist die Treibstoffknappheit auf der Insel infolge einer seit sechs Monaten andauernden, von den USA verhängten Ölblockade, die die Treibstoffversorgung der Insel unterbrochen hat. Die Regierung von Präsident Donald Trump strebt ein Ende der kommunistischen Führung Kubas an. Sie fordert demokratische Wahlen und die Freilassung politischer Gefangener. Zur Erhöhung des Drucks haben die USA neue Sanktionen verhängt, die unter anderem von den Vereinten Nationen als Verstoß gegen das Völkerrecht und die Menschenrechte kritisiert werden.

Internationale Kritik an US-Sanktionen

Die UN kritisieren die US-Blockade als völkerrechtswidrig und menschenrechtsverletzend. Die wiederholten Stromausfälle legen der kubanischen Bevölkerung zu, ob die USA mit ihrer Ölblockade den gewünschten Regimewechsel erzwingen können, bleibt ungewiss.

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