Erstmals seit der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan sind Vertreter der islamistischen Gruppe von der EU-Kommission in Brüssel empfangen worden. Das bestätigte ein Sprecher der Europäischen Kommission am Montag. Bei dem Treffen auf technischer Ebene ging es demnach um die Abschiebung afghanischer Staatsangehöriger aus EU-Staaten in ihre Heimat.
Hintergrund der Gespräche
Die Begegnung markiert einen bedeutenden Schritt in den Beziehungen zwischen der EU und den Taliban, die seit August 2021 in Afghanistan herrschen. Bislang hatte Brüssel jede offizielle Anerkennung der Taliban-Regierung vermieden. Die Gespräche fanden laut EU-Angaben im Rahmen des regelmäßigen Austauschs zu migrationspolitischen Fragen statt.
Position der EU
Ein Sprecher der Kommission betonte, dass die Teilnahme an dem Treffen nicht als politische Anerkennung der Taliban zu werten sei. Es handle sich um rein technische Erörterungen, die im Interesse der Migrationssteuerung notwendig seien. Die EU steht unter Druck, Abschiebungen nach Afghanistan zu ermöglichen, um irreguläre Migration einzudämmen. Allerdings stoßen solche Maßnahmen auf Kritik von Menschenrechtsorganisationen, die vor Gefahren für Abgeschobene warnen.
Reaktionen und Ausblick
Die Entscheidung, mit den Taliban zu verhandeln, ist innerhalb der EU umstritten. Während einige Mitgliedstaaten auf eine stärkere Zusammenarbeit drängen, lehnen andere jede Form von Dialog mit den Islamisten ab. Die EU-Kommission kündigte an, die Gespräche fortzusetzen, sofern sie der Sicherheit und Stabilität in der Region dienen. Weitere Details zu konkreten Vereinbarungen wurden zunächst nicht bekannt.



