Starke Winde und ein aufgewühltes Meer haben am Dienstag in Neuseelands Hauptstadt Wellington für Evakuierungen gesorgt. Hunderte Menschen mussten vor einer Sturmflut mit bis zu elf Meter hohen Wellen in Sicherheit gebracht werden. Wellingtons Bürgermeister Andrew Little rief für die südlichen Küstenvororte Owhiro Bay, Island Bay, Houghton Bay und Breaker Bay den Notstand aus und forderte die Bewohner auf, sich in höher gelegene Gebiete zu begeben. Zurückbleibenden werde keine Hilfe zuteil.
Evakuierungsanordnung in Kraft
Am Dienstagmorgen trat eine Evakuierungsanordnung in Kraft. Die Polizei überwachte die Aktion und richtete Straßensperren ein, um zu verhindern, dass Menschen an die Küste fahren. Der Stadtrat von Wellington teilte auf Facebook mit: „Wir erreichen nun den Zeitraum, in dem die stärksten Auswirkungen der hohen Wellen zu erwarten sind. Wenn Sie sich in der Evakuierungszone befinden und Ihr Grundstück noch nicht verlassen haben, bleiben Sie bitte an Ort und Stelle.“
Rekordwellen im Hafen
Im Hafen von Wellington wurden laut dem neuseeländischen Wetterdienst elf Meter hohe Wellen registriert. Bereits bei einem Sturm im Jahr 2021 mit 6,5 Meter hohen Wellen waren viele Häuser in Breaker Bay überschwemmt worden. In Island Bay war der Wind so stark, dass zwei Frauen auf einer überschwemmten Straße umgerissen wurden, wie ein AFP-Journalist berichtete.
Flughafen betroffen
Am Flughafen von Wellington wurden Windböen von bis zu 128 Kilometern pro Stunde gemessen. Mehrere Flüge wurden gestrichen. Ein parkendes Kleinflugzeug ohne Insassen wurde umgeweht. Jonathan Delich, ein Anwohner von Island Bay und Inhaber von „Cook Strait Fishing Charters“, sagte dem „New Zealand Herald“, dass er alle für Dienstag und Mittwoch geplanten Touren abgesagt habe. „Wir würden Sie nicht zum Angeln mitnehmen, selbst wenn Sie es wollten … niemand, der bei klarem Verstand ist, würde heute aufs Wasser gehen“, erklärte Delich.
Die Behörden warnen die Bevölkerung weiterhin vor den Gefahren der Sturmflut und appellieren an die Vernunft, die Küstengebiete zu meiden. Die Situation bleibt angespannt, und die Evakuierungsmaßnahmen laufen auf Hochtouren.



