Madrid: Über 1,2 Millionen bei Papst-Messe mit Leo XIV.
Madrid: 1,2 Millionen bei Papst-Messe mit Leo XIV.

Mehr als 1,2 Millionen Gläubige haben sich am Sonntag in Madrid zu einem Gottesdienst mit Papst Leo XIV. versammelt. Die Messe fand auf der zentralen Plaza de Cibeles und in den angrenzenden Straßen statt, wie die Organisatoren mitteilten. Der Gottesdienst mit anschließender Fronleichnamsprozession bildet den Höhepunkt des zweiten Tages der Spanien-Reise des katholischen Kirchenoberhaupts.

Fronleichnamsprozession mit Blumenteppichen

In Spanien wird Fronleichnam nicht wie in vielen anderen Ländern am Donnerstag, sondern am Sonntag gefeiert. Nach dem Gottesdienst wird Papst Leo die traditionelle Prozession persönlich anführen. Der Weg soll mit Blumenteppichen aus 30.000 gelben und weißen Nelken geschmückt sein, wie es hieß.

Empfang durch das spanische Königspaar

Am Samstag wurde Leo zum Auftakt seiner einwöchigen Spanien-Reise von König Felipe VI. und Königin Letizia empfangen. Für den Sonntagabend ist in einer großen Mehrzweckhalle in Madrid eine Begegnung mit Kulturschaffenden, Unternehmern, Gewerkschaftern und Sportlern geplant. Unter anderem werden dort Auftritte des Schauspielers und Regisseurs Antonio Banderas sowie der Flamencotänzerin Sara Baras erwartet.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Weitere Stationen: Barcelona und Kanaren

Am Montag spricht der Papst vor dem spanischen Parlament. Weitere Stationen der Reise sind Barcelona und die Kanaren. Auch ein Treffen mit Menschen, die Opfer von Missbrauch in der katholischen Kirche wurden, ist geplant. Auf dem Hinflug nach Spanien bezeichnete Leo die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche als „weiterhin offene Wunde“.

Entschädigungsabkommen und Friedensengagement

Im März hatten die linksgerichtete Regierung und die Kirche in Spanien nach jahrelangen Verhandlungen ein Abkommen zur Entschädigung von Opfern sexueller Übergriffe geschlossen. Eine Untersuchungskommission hatte die Zahl der Opfer seit dem Jahr 1940 mit mehr als 200.000 angegeben. Der Papst lobte die spanische Regierung am Samstag in einer Rede für deren „Engagement für den Frieden“. Madrid habe sich „der treuen Einhaltung des Völkerrechts und des Multilateralismus verpflichtet“, betonte der 70-Jährige. Die Aussagen dürften auch Donald Trump und Israel gegolten haben. Mit Kritik an deren Vorgehen im Irankrieg hatte der Papst in der Vergangenheit mehrfach den Zorn von US-Präsident Donald Trump auf sich gezogen. Auch die linksgerichtete spanische Regierung steht den Angriffen der USA und Israels in Iran skeptisch gegenüber.

Bad Bunny oder Papst? Leos Vergleich

Spanien ist traditionell eine Bastion des Katholizismus in Europa, die Zahl der Gläubigen ist in den vergangenen Jahrzehnten aber deutlich zurückgegangen. Laut einer Umfrage bezeichnen sich 53 Prozent der Spanier als katholisch – etwa 20 Prozentpunkte weniger als vor 15 Jahren. Nur 16 Prozent der Spanier halten sich für praktizierende Katholiken. Zeitgleich zum Papst weilt auch der populäre Reggaeton-Musiker Bad Bunny in Madrid, weil er dort eine Reihe großer Konzerte spielt. Angesprochen auf das Interesse junger Menschen an der katholischen Kirche sagte Leo mit Blick auf die Konzerte des populären Musikers: „Wenn man sie fragt, ob sie Bad Bunny oder den Papst sehen wollen, würden sich viele wohl für Bad Bunny entscheiden.“ Aber er glaube, es werden auch einige hier sein, um den Papst zu sehen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration