Brüssel – Das Europäische Parlament unternimmt einen weiteren Schritt in Richtung technologische Souveränität: Ab dem 4. Juni 2026 wird auf allen dienstlichen Geräten der Abgeordneten und Mitarbeiter die französische Suchmaschine Qwant als Standard voreingestellt sein. Dies gab die Volksvertretung am Mittwoch bekannt. Die Umstellung betrifft mehrere Tausend Geräte und erfolgt automatisch für die Browser Microsoft Edge und Mozilla Firefox. Nutzer haben jedoch die Möglichkeit, manuell zu einer anderen Suchmaschine ihrer Wahl zu wechseln.
Hintergrund der Entscheidung
Der Wechsel von Google zu Qwant ist Teil einer umfassenderen EU-Strategie, die Abhängigkeit von außereuropäischen Technologieanbietern zu verringern. Die Europäische Union will ihre digitale Souveränität stärken und setzt dabei auf europäische Alternativen. Qwant, eine französische Suchmaschine, die besonderen Wert auf Datenschutz legt, soll nun auf den Geräten des Parlaments zum Einsatz kommen. Das Nachrichtenportal Euractiv hatte zuerst über den Schritt berichtet.
Weitere Maßnahmen geplant
Am Mittwoch will die EU ein Gesetzespaket offiziell vorstellen, das unter anderem die Vergabe bestimmter staatlicher Cloud-Aufträge an strenge Richtlinien knüpft. Ziel ist es, europäische Anbieter zu bevorzugen und die technologische Unabhängigkeit zu fördern. Zudem soll der Kauf von Computerchips aus europäischer Produktion unterstützt werden. Diese Maßnahmen sind Teil eines größeren Vorhabens, das auch Halbleiter, Cloud-Dienste und Künstliche Intelligenz umfasst. Europa sucht den Weg zur technologischen Souveränität, um weniger anfällig für externe Einflüsse zu sein.
Reaktionen und Ausblick
Die Entscheidung des EU-Parlaments wird als starkes Signal für die Förderung europäischer Technologien gewertet. Während einige Beobachter die Initiative begrüßen, weisen Kritiker darauf hin, dass Qwant im Vergleich zu Google eine geringere Reichweite und weniger Funktionen bietet. Dennoch sehen Befürworter in dem Schritt einen wichtigen Beitrag zum Datenschutz und zur europäischen Digitalpolitik. Die Umstellung auf Qwant könnte auch andere Institutionen dazu bewegen, ähnliche Wege zu gehen.



