EU-Fluggastrechte: Keine Einigung bei Reform, Zeit drängt
EU-Fluggastrechte: Keine Einigung, Zeit drängt

Die lang erwartete Reform der Fluggastrechte in der Europäischen Union bleibt vorerst ohne Ergebnis. Vertreter der EU-Staaten und des Europäischen Parlaments konnten sich trotz intensiver Verhandlungen nicht auf einen gemeinsamen Kompromiss einigen. Das Parlament betonte, man sei weiterhin gesprächsbereit, werde jedoch keine Einigung akzeptieren, die die bestehenden Rechte der Passagiere verschlechtert. Ein neuer Verhandlungstermin steht noch nicht fest.

Zeitdruck bis Mitte Juni

Die Uhr tickt: Sollte bis Mitte Juni 2026 keine Einigung erzielt werden, ist das gesamte Reformvorhaben gescheitert. Die EU-Kommission hatte die Überarbeitung der Fluggastrechte bereits 2013 vorgeschlagen. Ohne Erfolg blieben die bisherigen Regelungen unverändert in Kraft.

Streitpunkt Entschädigungen bei Verspätungen

Ein zentraler Konfliktpunkt sind die Entschädigungszahlungen bei Flugverspätungen. Bislang erhalten Reisende unter bestimmten Bedingungen eine Entschädigung, wenn ihr Flug mindestens drei Stunden verspätet ist. Die EU-Staaten schlagen vor, diese Grenze anzuheben: In ihrem Beschluss vom Juni 2025 fordern sie eine Entschädigung erst ab vier Stunden Verspätung, bei Langstreckenflügen sogar ab sechs Stunden. Zudem sollen die Beträge je nach Flugstrecke sinken.

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Deutschland stimmte diesem Vorschlag nicht zu. Die Bundesregierung plädiert dafür, die bisherige Drei-Stunden-Grenze beizubehalten, aber die Entschädigung auf einheitlich 300 Euro unabhängig von der Entfernung festzulegen.

Position des Europäischen Parlaments

Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments wollen die Entschädigungen weitgehend auf dem aktuellen Niveau halten. Ihr Vorschlag vom Januar 2026 sieht bei Verspätungen ab drei Stunden oder Flugausfällen folgende Staffelung vor:

  • 300 Euro bei Flügen bis 1.500 Kilometer (bisher: 250 Euro)
  • 400 Euro bei Flügen zwischen 1.500 und 3.500 Kilometer (bisher: 400 Euro)
  • 600 Euro bei Flügen über 3.500 Kilometer (bisher: 600 Euro)

Die Positionen liegen also noch weit auseinander. Ohne einen Kompromiss bis zum Stichtag Mitte Juni droht das Vorhaben zu scheitern.

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