China hat im eskalierenden Technologie- und Handelskonflikt mit den USA Vergeltungsmaßnahmen gegen insgesamt 56 US-Unternehmen verhängt. Das Handelsministerium in Peking setzte zehn mit dem US-Militär verbundene Firmen auf eine Exportkontrollliste, während das Finanzministerium Importbeschränkungen gegen 46 weitere Unternehmen erließ. Die Maßnahmen wurden am Montag bekannt gegeben und sind eine direkte Reaktion auf die „böswillige Praxis“ der US-Regierung, wie es aus dem Handelsministerium hieß.
Exportverbote für Dual-Use-Güter
Zu den zehn auf die Exportkontrollliste gesetzten Unternehmen gehören der Motorenhersteller Aveox sowie die Produzenten von Seltenen Erden MP Materials und USA Rare Earth. Chinesischen Exporteuren ist es ab sofort untersagt, diesen Firmen sogenannte Dual-Use-Güter zu verkaufen, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können. Laufende Exportgeschäfte müssen umgehend gestoppt werden. Die Sanktionen des Finanzministeriums gegen die 46 anderen US-Firmen zielen dagegen auf den Import ab: Chinesischen Käufern ist es nun verboten, Produkte dieser Hersteller zu erwerben. Ausgenommen davon sind in China tätige Unternehmen mit US-Kapital.
Hintergrund des Konflikts
Die Regierung in Washington hatte vor zwei Wochen ihrerseits mehrere chinesische Konzerne auf eine Liste von Unternehmen gesetzt, die nach US-Einschätzung das Militär in Peking unterstützen. Davon betroffen sind der E-Commerce-Riese Alibaba, der Internet-Suchmaschinenbetreiber Baidu sowie die Autobauer BYD und NIO. Die chinesischen Maßnahmen folgen nun als Vergeltung und verschärfen den seit Jahren schwelenden Handelsstreit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt.
Ein Sprecher des chinesischen Handelsministeriums erklärte: „Die Maßnahmen dienen der Wahrung der nationalen Sicherheit und sind eine notwendige Reaktion auf die unbegründeten Beschränkungen der USA.“ Die US-Regierung hat bisher nicht offiziell auf die neuen Sanktionen reagiert. Analysten erwarten weitere Eskalationen, da beide Seiten ihre Positionen verhärten.
Auswirkungen auf die globale Lieferkette
Die Sanktionen betreffen insbesondere den Handel mit Seltenen Erden, die für die Produktion von Hightech-Geräten, Elektroautos und Militärtechnologie unverzichtbar sind. China ist der weltweit größte Produzent dieser Rohstoffe. Die Aufnahme von MP Materials und USA Rare Earth auf die Exportkontrollliste könnte die Versorgung US-amerikanischer Unternehmen mit diesen kritischen Materialien beeinträchtigen. Experten warnen vor weiteren Störungen der globalen Lieferketten, falls der Konflikt nicht beigelegt wird.
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