Tokio. Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat am Montag mit seinem ersten Auslandsbesuch des Jahres ein Zeichen gesetzt. Nachdem Xi 2026 bereits US-Präsident Donald Trump und Russlands Staatschef Wladimir Putin in Peking empfangen hatte, reiste er nach fast sieben Jahren wieder nach Nordkorea. Der Besuch unterstreicht die wachsende geopolitische Bedeutung Nordkoreas unter Führer Kim Jong-un.
Schulterschluss im Lagerkonflikt
Chinas Präsident hatte in einem Namensartikel in Nordkoreas Zeitung „Rodong Sinmun“ die Bedeutung seines Besuchs angedeutet: einen Schulterschluss in einem zunehmenden geopolitischen Lagerkonflikt. Er schrieb von einer „unzerbrechlichen und dauerhaften Freundschaft“. Im Gespräch mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un machte Xi dies endgültig klar. Beide Seiten sollten „den Austausch auf hoher Ebene als Leitlinie beibehalten und auf dem Fundament des gegenseitigen politischen Vertrauens aufbauen“, sagte Xi laut der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua.
Kim soll geantwortet haben, dass die Stärkung der bilateralen Beziehungen strategisch eine Top-Priorität sei. Die Details der Gespräche waren bis zum Redaktionsschluss noch unklar, die geopolitische Tragweite des Treffens gilt indes als groß.
Nordkoreas wachsender Einfluss
Nordkorea rüstet nicht nur trotz Sanktionen der Vereinten Nationen (UN) immer weiter atomar auf – und stärkt damit sein Drohpotenzial gegenüber den USA und deren Alliierten in Asien, Südkorea und Japan. Machthaber Kim tritt viel selbstbewusster auf, kennt seinen Spielraum und seinen wachsenden geopolitischen Einfluss – auch gegenüber seiner wichtigsten Schutzmacht China. Der Besuch Xis zeigt, dass Peking die strategische Partnerschaft mit Pjöngjang trotz internationaler Spannungen ausbauen will.
Die Entwicklungen in Nordkorea wirken bis nach Europa, da sie das globale Machtgefüge beeinflussen. Experten sehen in dem Treffen ein Signal für eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen China und Nordkorea, was die Position beider Länder in Verhandlungen mit dem Westen stärken könnte.



