WM-Auftakt in Mexiko-Stadt: Proteste und Blockaden drohen
WM-Auftakt: Proteste und Blockaden in Mexiko-Stadt

Die Fußball-Welt blickt gespannt auf Mexiko-Stadt, wo heute das Eröffnungsspiel der XXL-Weltmeisterschaft stattfindet. Doch die Stimmung ist angespannt: Blockaden und Demonstrationen drohen, den Tag massiv zu beeinträchtigen. Um 13:00 Uhr Ortszeit (21:00 Uhr MESZ) trifft Mexiko im Aztekenstadion auf Südafrika. Die Zeitung „El Financero“ prophezeit einen Chaos-Tag für die Hauptstadt des WM-Mitgastgeberlandes.

„Letzte Meile“: Straßensperrungen rund ums Stadion

Nach tagelangen Protesten, insbesondere durch die radikale Lehrergewerkschaft CNTE, ist die Lage in Mexiko-Stadt äußerst angespannt. Ein mehrstündiges Treffen zwischen der CNTE und Regierungsvertretern am Abend vor der Partie brachte keine Einigung; die Gewerkschaft will die Vorschläge zunächst prüfen. Um das Eröffnungsspiel und die anderthalb Stunden vorher beginnende Eröffnungsfeier zu schützen, greifen die Behörden laut Berichten zur FIFA-Maßnahme „Letzte Meile“. Schrittweise werden Straßen gesperrt und Zugänge kontrolliert, die zum Aztekenstadion führen. Die vollständige Sperrung der Zufahrten tritt bis zu acht Stunden vor dem Anpfiff in Kraft und erstreckt sich über rund 1,6 Kilometer vor dem Stadion. Ausgenommen sind nur autorisierte Fahrzeuge; alle anderen Besucher müssen zu Fuß oder mit dem Rad anreisen.

Fan-Festival auf dem Zócalo gefährdet

Auch das Fan-Festival auf dem Zócalo, dem berühmten Platz im Herzen der historischen Altstadt von Mexiko-Stadt, steht auf der Kippe. Der Weg dorthin führt bereits an Eisenwänden und einem Zeltcamp protestierender Lehrer vorbei. Von ausgelassener Stimmung kann seit Tagen keine Rede sein. Stattdessen prägen Hundertschaften von Polizei und Nationalgarde das Stadtbild – sowohl am Stadion als auch am Flughafen, wo schwer ausgerüstete Polizisten weniger als 24 Stunden vor dem Anpfiff ausrückten. Grund sind mögliche Proteste der Lehrer, die zwei Tage vor der WM-Eröffnung das Stadion blockiert hatten. Die Botschaft von Mitgastgeber Kanada warnt auf ihrer Homepage: „Selbst friedliche Demonstrationen können jederzeit in Gewalt umschlagen.“

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Hintergrund des Konflikts

Der Konflikt zwischen den Lehrern und der Regierung ist nicht neu. Die Gewerkschaft CNTE fordert die Abschaffung einer Rentenreform aus dem Jahr 2007. Seit vielen Jahren macht sie regelmäßig nach dem Lehrertag im Mai mit Protesten auf ihre Forderungen aufmerksam. Die Lehrer verlangen höhere Renten. Die Regierung argumentiert, dass dem Land die finanziellen Mittel für eine solche Reform fehlen. Allerdings hatte Präsidentin Claudia Sheinbaum, die seit dem 1. Oktober 2024 im Amt ist, den Lehrern Verbesserungen bei den Rentenbedingungen in Aussicht gestellt. Ob die angedrohten Blockaden tatsächlich stattfinden, bleibt abzuwarten. Die Behörden sind jedenfalls in höchster Alarmbereitschaft.

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