Schwerer Schlag für Putins Ostsee-Flotte
Ein ukrainischer Drohnenangriff auf St. Petersburg hat die russische Korvette „Boiky“ getroffen und in Brand gesetzt. Das Kriegsschiff lag im Trockendock von Kronstadt, als es von den Drohnen attackiert wurde. Der Kommandeur der ukrainischen Drohneneinheiten, Robert Brovdi, erklärte auf Telegram, dass die „Vögel“ die Korvette gejagt und in Brand gesetzt hätten.
Die Rolle der „Boiky“ in der Schattenflotte
Die „Boiky“ war ein zentrales Element der russischen Schattenflotte, die westliche Sanktionen umgehen soll. Laut dem Investigativportal „The Insider“ eskortierte die Korvette zuletzt 2025 den Tanker „General Skobelew“ und das Frachtschiff „Sparta“ durch die Ostsee, die Nordsee und den Ärmelkanal. Beide Schiffe transportierten Öl zu ägyptischen Häfen. Brovdi bezeichnete die „Boiky“ ironisch als „Arbeitstier“, das seit 2013 im Dienst sei und eine „bezaubernde Geschichte von Reisen und Abenteuern entlang der Nato-Grenzen“ habe.
Angriff auf St. Petersburg
Der Angriff erfolgte am frühen Morgen und traf nicht nur die „Boiky“, sondern auch das Ölterminal am Ostseehafen. Ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte Drohnenschläge auf militärische Ziele in Kronstadt, ohne Details zu nennen. Russland räumte ein, dass „Infrastrukturobjekte“ in drei Bezirken der Stadt getroffen wurden. Die Flugabwehr habe insgesamt 354 ukrainische Drohnen abgeschossen. Auf Videos von Anwohnern sind Explosionen und eine riesige Rauchwolke über dem Ölterminal zu sehen.
Blamage für Putin
Der Angriff ist für Kremlchef Wladimir Putin besonders peinlich, da er am ersten Tag des Internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg stattfand. Das als „russisches Davos“ inszenierte Forum lockt rund 20.000 Gäste aus mehr als 100 Ländern an, darunter Saudi-Arabien, China, Tansania und Usbekistan. Die Verwundbarkeit der russischen Industrie wird damit offen zur Schau gestellt.



