Bosnien-Verwalter Schmidt: Rücktritt, um Friedensvertrag zu retten
Schmidt: Rücktritt rettete Dayton-Friedensvertrag

Der Hohe Repräsentant für Bosnien und Herzegowina, Christian Schmidt, hat seinen Rücktritt im Mai 2025 mit massivem Druck aus den USA und der Notwendigkeit begründet, das Dayton-Friedensabkommen zu retten. In einem Interview mit dem Tagesspiegel erklärte Schmidt: „Ich habe meinen Kopf auf dem Silbertablett serviert, um den Friedensvertrag zu retten.“ Die amerikanische Seite habe klar gemacht, dass sie sein Mandat beenden wolle – andernfalls hätte das gesamte Dayton-Abkommen in Gefahr gestanden.

US-Druck und die Rolle von Donald Trump

Schmidt zufolge spielten die USA unter Präsident Donald Trump eine entscheidende Rolle bei seinem Rückzug. Die Trump-Administration habe signalisiert, dass sie das Amt des Hohen Repräsentanten nicht länger unterstützen würde. „Man konnte nicht ausschließen, dass damit auch das Dayton-Friedensabkommen und das Amt des Hohen Repräsentanten infrage gestellt würden“, sagte Schmidt. Dieses Amt schützt Bosnien vor dem Zerfall durch Separatisten, insbesondere durch den serbischen Politiker Milorad Dodik.

Serbischer Separatismus und Gaspipeline als Faktoren

Neben dem US-Druck nannte Schmidt die separatistischen Bestrebungen von Dodik und den Bau einer Gaspipeline als weitere Gründe für seinen Rücktritt. Dodik, der Präsident der Republika Srpska, hatte wiederholt die Abspaltung der serbischen Entität von Bosnien gefordert. Die Gaspipeline, die Russland und Serbien verbindet, verschärfte die geopolitischen Spannungen. „Die Kombination aus Dodiks Separatismus und der Pipeline hat die Lage extrem instabil gemacht“, so Schmidt.

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Ratschlag für den Nachfolger

Seinem Nachfolger riet Schmidt, sich nicht von äußeren Mächten instrumentalisieren zu lassen und die Dayton-Vereinbarung strikt umzusetzen. „Der Hohe Repräsentant muss unabhängig bleiben und darf sich nicht erpressen lassen“, betonte er. Schmidt war fünf Jahre im Amt und hatte mehrfach versucht, Dodiks Abspaltungspläne zu stoppen.

Auswirkungen auf den Frieden in Bosnien

Der Rücktritt Schmidts wirft Fragen zur Zukunft des Dayton-Abkommens auf. Beobachter befürchten, dass ohne einen starken Hohen Repräsentanten die separatistischen Kräfte in Bosnien gestärkt werden. Schmidt selbst sieht seinen Schritt jedoch als notwendiges Opfer: „Ich habe meinen Kopf auf dem Silbertablett serviert, um den Friedensvertrag zu retten.“ Der Friedensvertrag von Dayton beendete 1995 den Bosnienkrieg und sichert die territoriale Integrität des Landes.

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