Peru: Kopf-an-Kopf-Rennen bei Stichwahl zwischen Fujimori und Sánchez
Peru: Kopf-an-Kopf-Rennen bei Stichwahl

In Peru spitzt sich die Stichwahl um das Präsidentenamt zu einem dramatischen Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der rechtskonservativen Kandidatin Keiko Fujimori und dem Linkspolitiker Roberto Sánchez zu. Nach der vorläufigen Auszählung von mehr als 90 Prozent der Stimmen führt Fujimori mit 50,49 Prozent, während Sánchez auf 49,5 Prozent kommt, wie die Wahlbehörde des südamerikanischen Landes am frühen Montagmorgen (Ortszeit) mitteilte.

Spannung bis zur offiziellen Bekanntgabe

Das Oberste Wahlgericht hat nach der vollständigen Auszählung bis Mitte Juli Zeit, den offiziellen Sieger zu verkünden. Mehr als 27 Millionen Peruaner waren am Sonntag aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Der Amtsantritt des neuen Präsidenten ist für den 28. Juli vorgesehen. Zur Stichwahl kam es, nachdem im April keiner der 35 Kandidaten die nötige Mehrheit im ersten Wahlgang erreicht hatte.

Politische Instabilität in Peru

Die politische Lage in dem Land mit rund 35 Millionen Einwohnern ist von einem ständigen Konflikt zwischen Parlament und Regierung geprägt. Der Kongress kann Präsidenten wegen „moralischer Unfähigkeit“ des Amtes entheben. In den vergangenen zehn Jahren hatte Peru acht Präsidenten, was die tiefe politische Krise widerspiegelt.

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Die Kandidaten im Profil

Keiko Fujimori (51) ist die Tochter des wegen Menschenrechtsverletzungen verurteilten und verstorbenen Ex-Präsidenten Alberto Fujimori. Sie kandidiert für die konservative Partei Fuerza Popular und tritt bereits zum vierten Mal für das höchste Staatsamt an. Ihre politischen Schwerpunkte sind der Kampf gegen das organisierte Verbrechen und die Deregulierung der Wirtschaft.

Roberto Sánchez (57) war Außenhandels- und Tourismusminister in der Regierung des inhaftierten Ex-Präsidenten Pedro Castillo (2021-2022). Nach seiner Stimmabgabe besuchte Sánchez Castillo im Gefängnis und betrachtet ihn als Opfer eines politischen Manövers. Im Falle eines Wahlsiegs plant er, Castillo zu begnadigen. Der Kandidat des Bündnisses Juntos por el Perú plädiert für eine stärkere Rolle des Staates in der Wirtschaft.

Die Wahl wird mit großer Spannung verfolgt, da beide Kandidaten extrem unterschiedliche politische Visionen vertreten. Während Fujimori für wirtschaftliche Liberalisierung und harte Sicherheitspolitik steht, setzt Sánchez auf staatliche Intervention und soziale Gerechtigkeit. Das Ergebnis wird entscheidend für die künftige politische Ausrichtung Perus sein.

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