Nordirland: Polizei geht mit Wasserwerfern gegen rassistische Proteste vor
Nordirland: Wasserwerfer gegen rassistische Proteste

Am zweiten Abend in Folge haben sich in Nordirland erneut rassistisch motivierte Ausschreitungen ereignet. Die Polizei im Großraum der Hauptstadt Belfast setzte am Mittwochabend Wasserwerfer gegen gewalttätige Demonstranten ein. Die Einsatzkräfte riefen Verkehrsteilnehmer und Passanten in der Vorstadt Newtownabbey dazu auf, das Gebiet zu meiden, da Steine, Flaschen und Ziegelsteine auf die Polizei geworfen wurden. Zudem seien Mülltonnen in Brand gesetzt worden, teilte die Polizei mit.

Hintergrund der Unruhen

Die Ausschreitungen stehen im Zusammenhang mit einem Messerangriff vom späten Montagabend, bei dem ein Mann schwer verletzt wurde. Der mutmaßliche Täter ist ein 30-jähriger Geflüchteter aus dem Sudan. Er wurde wegen versuchten Mordes, Waffenbesitzes und Todesdrohungen angeklagt. Ein Video zeigt den Angreifer, wie er auf einer Straße auf einem blutüberströmten Mann sitzt und mit einem Messer auf ihn einsticht. Umstehende versuchten später, den Angreifer von seinem Opfer zu trennen.

Eskalation in Belfast

Nach der Tat zogen vermummte Randalierer durch die Straßen und setzten mehrere Fahrzeuge in Brand, darunter einen Bus. Auch Wohnhäuser wurden angezündet, Bewohner mussten gerettet werden. Hunderte Menschen hatten sich versammelt, um gegen Migranten und Einwanderung zu demonstrieren. Die Polizei griff frühzeitig ein, um eine Annäherung der Gruppe an eine Flüchtlingsunterkunft zu verhindern.

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Weitere Proteste in Großbritannien

Bereits im Sommer 2024 war Großbritannien von schweren rassistischen Ausschreitungen erschüttert worden. Erst in der vergangenen Woche kam es in Southampton zu Krawallen am Rande eines Protests. Auslöser dort war die Veröffentlichung von Bodycam-Aufnahmen, die einen Polizeifehler nach einer tödlichen Messerattacke zeigten. Die Polizei hatte fälschlicherweise dem sterbenden Opfer Handschellen angelegt, während der Täter sich als Opfer eines rassistischen Übergriffs ausgab.

In Nordirland verlief der Mittwochabend insgesamt ruhiger als der Dienstag, doch die Lage bleibt angespannt. Die Behörden appellieren an die Bevölkerung, Ruhe zu bewahren und sich nicht von Hass und Gewalt leiten zu lassen.

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