Capital Bra spricht über seine Drogensucht
Rapper Capital Bra hat in einem Interview mit dem „Spiegel“ detailliert über seine langjährige Drogensucht und die vielen gescheiterten Versuche, clean zu werden, gesprochen. Auf die Frage, ob er schon einmal einen Entzug gemacht habe, antwortete der 31-Jährige: „Einen? Ich hatte zehn, zwanzig.“ Ein ganzes Jahr habe er in Dubai einen Entzug absolviert, begleitet von monatelangen Schmerzen.
Auswirkungen auf das Familienleben
Der Musiker, der mit bürgerlichem Namen Vladislav Balovatsky heißt und fünf Kinder hat, schilderte eindringlich, wie sehr die Drogen sein Familienleben beeinträchtigen. „Ich kann nicht auf Drogen nach Hause gehen. Ich kann meine Söhne und Töchter nicht anfassen“, sagte er. Manchmal fliehe er ins Hotel, ein anderes Mal warte er, bis die Kinder schliefen. „Dann muss ich mich zu Hause irgendwie heimlich durchschlängeln und direkt in die Dusche gehen und mich desinfizieren.“ Seine Kinder wolle er nicht sehen, wenn er high sei: „Das hat mich irgendwann kaputt gemacht. Das geht nicht, ich will das nicht.“
Belastung für die Partnerschaft
Die Sucht belaste auch seine Beziehung. Laut Capital Bra waren er und seine Partnerin zwischenzeitlich getrennt. „Aber ich liebe sie, und es ist schlimm für mich, dass ich sie schon so lange und immer wieder enttäusche“, sagte er. „Dass ich meine ganze Familie wegen der Drogen immer wieder enttäusche.“
Zukunftswünsche und frühe Prägung
Für die Zukunft hat der Rapper einen klaren Wunsch: „Ich möchte nicht mehr in der Psychiatrie landen. Ich möchte irgendwann nicht mehr irgendwo einen Entzug machen müssen. Ich möchte clean werden. Und für meine Kinder da sein können.“ Dass er sich durchbeißt, habe er früh gelernt. Als er mit sechs oder sieben Jahren nach einer Prügelei mit blutiger Nase nach Hause kam, fragte seine Mutter nur, ob er zurückgeschlagen habe. Als er verneinte, sagte sie: „Heul hier nicht rum, geh zurück und hau ihn.“ Seitdem sei das sein Motto: „Wehr dich! Egal was ist - wehr dich.“



