Ein neues Buch beleuchtet die Verbrechen der Psychiatrie im 20. Jahrhundert. Im Zentrum steht die Geschichte von Elisabeth, die erst spät im Leben ihren wahren Namen erfuhr. Die Autorin deckt auf, wie Patienten systematisch entrechtet wurden.
Die dunkle Vergangenheit der Psychiatrie
Das Buch „Mein wahrer Name ist Elisabeth“ erzählt von einer Frau, die in einer psychiatrischen Anstalt aufwuchs und erst als Erwachsene erfuhr, dass sie eigentlich Elisabeth hieß. Die Autorin beschreibt, wie Patienten oft ihrer Identität beraubt wurden. Zwangssterilisationen und Medikamentenversuche waren an der Tagesordnung. Laut dem Buch wurden allein in Deutschland Zehntausende Menschen zwangssterilisiert.
Ein Schicksal stellvertretend für viele
Elisabeths Geschichte steht für unzählige andere. Sie wurde als Kind in die Psychiatrie eingewiesen und wuchs dort auf. Ihr wahrer Name wurde ihr vorenthalten. „Ich war jahrelang ohne Identität“, zitiert die Autorin die Betroffene. Die Recherche zeigt, dass solche Praktiken bis in die 1970er Jahre andauerten.
Die Autorin stützt sich auf Archivmaterial und Gespräche mit Überlebenden. Sie fordert eine umfassende Aufarbeitung der Psychiatrie-Geschichte. „Die Verbrechen dürfen nicht vergessen werden“, so die Autorin. Das Buch soll ein Beitrag zur Erinnerungskultur sein.
Forderungen nach Entschädigung
Der Fall wirft auch Fragen nach Entschädigung auf. Viele Opfer der Psychiatrie-Verbrechen haben nie Wiedergutmachung erhalten. Die Autorin plädiert für einen Fonds für Betroffene. Die Bundesregierung hat sich bisher zurückhaltend gezeigt. Laut dem Buch gab es in Deutschland über 300.000 Zwangssterilisationen während der NS-Zeit, aber auch danach noch Tausende.
Das Werk ist im Verlag XYZ erschienen und umfasst 400 Seiten. Es enthält zahlreiche Dokumente und Zeitzeugenberichte. Die Autorin wird in den kommenden Wochen auf Lesereise gehen.



