Prinzessin Theophana von Sachsen: Ein royales Ausnahmeleben mit Herz für Berlin
Prinzessin Theophana: Royales Ausnahmeleben in Berlin

Prinzessin Theophana von Sachsen, Herzogin zu Sachsen, ist eine Frau, die in höchsten Adelskreisen verkehrt, aber darauf besteht, einfach „Fanny“ genannt zu werden. Die gebürtige Bulgarin, die durch Heirat in das Haus Wettin kam, lebt seit 1993 in Berlin und engagiert sich intensiv in der Charity-Arbeit. Beim Spaziergang am Gendarmenmarkt gewährt sie Einblicke in ihr außergewöhnliches Leben.

Vom Öl-Deal zur Europa-Gala

Theophana von Sachsen erinnert sich an ihre Zeit als Vorständin einer Import-Export-Firma. „Mein Vater war mit Franz-Josef Strauß befreundet“, berichtet sie. „Während der Ölkrise in den 1970ern wurden wir von Strauß gebeten, aus dem Irak Rohöl nach Deutschland zu bringen. Ich reiste hin. Die Scheichs wollten aber nicht mit einer Frau sprechen.“ Dennoch gab sie nicht auf: „Mein Vater gab mir diese Aufgabe. Scheitern war keine Option.“ Wochenlang feilschte sie um den Preis. „Wir zahlten 2,53 US-Dollar pro Barrel Rohöl. Später wurde das Barrel für 80 US-Dollar gehandelt.“

1993 wurde sie Schirmherrin der Europa-Gala im Konzerthaus am Gendarmenmarkt, zusammen mit Hans-Dietrich Genscher und Eberhard Diepgen. „Ich kam letztlich wegen meiner Kinder, die alle vier in den USA zur Welt gekommen sind, in Palm Springs“, erklärt sie ihren Umzug nach Berlin. Sie siedelte sich wegen der John-F.-Kennedy-Schule in Dahlem an.

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Charity und medizinische Hilfe für die Ukraine

Ihr Engagement für wohltätige Zwecke ist beeindruckend: „Zwölf Arbeitsstunden täglich. Seit 35 Jahren mache ich Charity. Im Augenblick befasse ich mich mit medizinischer Hilfe für die Ukraine“, berichtet Theophana. „Zusammen mit der Non-Profit-Organisation C.U.B.A. sammeln wir gebrauchtes medizinisches Inventar und bieten es im Ausland an. Über 5000 Krankenhausbetten konnte ich auf diese Weise bereits stiften. Zuletzt an ein Altersheim in Bulgarien.“

Die Geschichte von Hans Hermann von Katte

Durch ihren zweiten Ehemann Hans Herrmann Katte beschäftigte sich die Prinzessin intensiv mit dem Schicksal des Fluchthelfers von Friedrich dem Großen. Hans Hermann von Katte wurde 1730 hingerichtet, weil er dem Kronprinzen Friedrich bei der Flucht half. „Ich nahm Friedrichs Wasser am Schloss Rheinsberg unter Vertrag, um durch das Mineralwasser mit dem schönen Etikett das Geld für eine Gedenktafel zu erwirtschaften“, erklärt sie. Gedenktafeln gibt es nun in Küstrin, im Museum Köpenick und am Gendarmenmarkt im Austernkeller. „Ein Touristenmagnet wäre sie, ich habe es getestet: In einer Stunde 20 Rückfragen.“

Freiheit und Anonymität in Berlin

„Freiheit ist mir in jeder Hinsicht das Wichtigste“, betont die Prinzessin. In Berlin herrschte nach ihrer Ankunft 1993 „eine Art Goldgräberstimmung“. „Hier passierten neue Dinge, hier war alles möglich. Es war eine spannende Zeit.“ Sie schätzt die Anonymität der Großstadt: „Anonymität sei auch eine Art von Freiheit.“

Ihre Verbindung zum britischen Königshaus ist eng: Sie war in der Royal Enclosure in Ascot und traf Lady Diana persönlich. „Eine sehr liebenswürdige, zugängliche Person, die dem englischen Königshaus sehr gut getan hat“, sagt sie. Camilla sei der „Seelendoktor“ für Charles gewesen, doch den Umgang der königlichen Familie mit Lady Di habe sie nie gutgeheißen.

Ein Leben wie ein Roman

Das Leben der Prinzessin bietet Stoff für einen epischen Roman. Sie ist Mutter von vier Kindern und Großmutter von fünf Enkeln. Auf die Frage nach ihrem Alter reagiert sie diplomatisch: „Im deutschen Journalismus uncharmant und sachlich nicht notwendig.“ Stattdessen spricht sie über ihre Arbeit und ihre Familie. Über Modedesigner Harald Glööckler, den sie seit 30 Jahren kennt, sagt sie: „Er ist immer so pompös, wie es die Finanzen erlauben. Wir stehen auf gutem Fuße. Er ist ehrenhaft und anständig.“

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