Mathias Döpfner: Oper ist nicht elitär, sondern populär
Oper ist nicht elitär, sondern populär

Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer, hat in einem Gastbeitrag für BILD die Oper als populäre Kunstform verteidigt. Entgegen dem Vorurteil, Oper sei elitär, betont er ihre Breitenwirkung: Jährlich besuchen in Deutschland mehr als 20 Millionen Menschen eine Theater- oder Opernaufführung – fast doppelt so viele wie zu Bundesligaspielen.

Oper und BILD: mehr Gemeinsamkeiten als gedacht

Döpfner räumt ein, dass Oper auf den ersten Blick fremd wirken könne: „Wenn man nichts über ein Werk weiß, wirkt eine Aufführung oft befremdlich. Oper ist die unnatürlichste oder besser gesagt: die künstlichste aller Kunstformen.“ Sterbende sängen aufs Schönste, selbst während erbitterter Kämpfe herrsche oft Wohlklang, und Chöre oder Tänze seien allgegenwärtig. Doch auf den zweiten Blick zeige sich die Nähe zur Boulevardzeitung: „Oper ist BILD ziemlich ähnlich. Sie greift mitten ins Leben. Sie schildert Dramen vor allem von Liebe und Tod. Sie verkürzt, personalisiert und emotionalisiert.“

BILD startet Livestreams aus der Staatsoper

Aus diesem Grund engagiert sich BILD künftig für die Oper und überträgt per Livestream wichtige Aufführungen für Abonnenten. Den Auftakt macht am 8. Juli eine Premiere von Wolfgang Amadeus Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“ aus der Berliner Staatsoper Unter den Linden. In der Sprechrolle des Bassa Selim ist Comedy-Star Bülent Ceylan zu sehen. Die weibliche Hauptrolle der Konstanze singt und spielt Star-Sopranistin Adela Zaharia.

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Döpfner verweist auf eine historische Parallele: Mozart selbst war 1789 nur ein einziges Mal in Berlin – und besuchte unerkannt eine Aufführung eben dieser Oper in eben jenem Haus. Die Staatsoper Unter den Linden zählt zu den schönsten und bedeutendsten Opernhäusern Deutschlands.

Oper als „Kraftwerk der Gefühle“

Für Döpfner ist Oper „die Summe aller Künste“. Opern und Operetten, Singspiele und musiktheatralische Gesamtkunstwerke kombinierten fast alle Genres: Literatur durch das Libretto, Musik durch Orchester und Stimmen, Tanz durch Ballett-Einlagen, Malerei und Architektur durch Bühnenbilder. Alexander Kluge habe Oper einmal als „Kraftwerk der Gefühle“ bezeichnet – ein Ausdruck, der die emotionale Wucht dieser Kunstform treffend beschreibe.

Mit dem Engagement von BILD solle die Oper einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden. Döpfner betont: „Oper ist nicht elitär, sondern populär.“ Die hohen Besucherzahlen belegten dies eindrucksvoll.

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