Selten ist einem Politikerporträt so entgegengefiebert worden wie dem von Angela Merkel. Die erste Kanzlerin der Republik wird in Jérémie Querays Gemälde als selbstbewusste, vom Amt gezeichnete Politikerin dargestellt. Nun ist das Werk drei Monate öffentlich im Bode-Museum zu sehen, bevor es seinen endgültigen Platz im Kanzleramt findet.
Die Enthüllung des Porträts
Bei der Enthüllung am Mittwochabend zählte der Künstler bis drei, dann schnitten er und sein Modell rechts und links des Gemäldes blaue Bänder durch, die das verhüllende Tuch gehalten hatten. Der Vorhang fiel im Ausstellungssaal des Bode-Museums und gab den Blick auf das Bildnis frei. Die Spannung war greifbar: Wie würde Merkel dargestellt sein? Überzeugt die Ähnlichkeit? Wie will die ehemalige Kanzlerin selbst gesehen werden?
Ein Porträt mit Ausstrahlung
Das Gemälde zeigt Merkel in einer typischen Pose, die an ihren berühmten Satz „Wir schaffen das“ erinnert. Die Künstlerin oder der Künstler – Jérémie Queray – hat es verstanden, sowohl die Stärke als auch die Last des Amtes einzufangen. Die Darstellung wirft Fragen auf: Welche Botschaft sendet dieses Porträt an die Nachwelt? Es ist ein Bildnis einer Frau, die 16 Jahre lang die Geschicke Deutschlands lenkte und nun in der Kunstgeschichte verewigt wird.
Öffentliche Ausstellung vor dem Umzug
Bevor das Porträt ins Kanzleramt kommt, können Besucher es drei Monate lang im Bode-Museum bewundern. Diese Phase der öffentlichen Zurschaustellung ist eine Seltenheit für ein solches Werk und unterstreicht die Bedeutung Merkels für die deutsche Geschichte. Die Ausstellung bietet die Gelegenheit, das Bildnis aus nächster Nähe zu betrachten und sich ein eigenes Urteil zu bilden.



