Rabih Alameddines Roman: Eine Liebeserklärung an Beirut in Krisenzeiten
Alameddines Liebeserklärung an Beirut in Krisenzeiten

Der libanesische Schriftsteller und Maler Rabih Alameddine hat mit seinem neuesten Werk „Die wirklich wahre Geschichte von Radscha, dem Gutgläubigen (und seiner Mutter)“ eine literarische Liebeserklärung an seine Heimatstadt Beirut verfasst. Dafür wurde er in den USA mit dem renommierten National Book Award ausgezeichnet. Der Roman spielt im August 2020, als die verheerende Explosion im Hafen von Beirut die Stadt erschütterte.

Eine Stadt zwischen Schönheit und Zerstörung

Beirut, die pulsierende Metropole an der levantischen Küste, ist bekannt für ihre kulturelle Vielfalt und ihre bewegte Geschichte. Doch immer wieder wird die Stadt von Kriegen, Krisen und Katastrophen heimgesucht. Alameddine fängt diesen Widerspruch in seinem Roman ein: die Schönheit und den Schmerz, die Hoffnung und die Verzweiflung, die das Leben in Beirut prägen.

Die Geschichte von Radscha und seiner Mutter

Der Protagonist Radscha, Anfang sechzig, ist Philosophielehrer und Gelegenheitsschriftsteller. Er lebt mit seiner Mutter in einer Wohnung mit Blick auf den Hafen. Am 4. August 2020 sitzen die beiden auf dem Balkon, als plötzlich eine unerklärliche Schwere der Luft die Brust zusammendrückt – „wie ein Mühlstein“, wie es im Buch heißt. Ein ungutes Zischen ertönt, und einen Augenblick später bricht das Inferno herein: Die Explosion von 2750 Tonnen Ammoniumnitrat im Hafen verwüstet weite Teile der Stadt.

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Radschas erster Gedanke: „Haben die Israelis eine Atombombe gezündet?“ Diese Frage spiegelt die Verunsicherung und das Trauma wider, das die Bewohner Beiruts immer wieder erleben. Doch der Roman ist mehr als eine Schilderung der Katastrophe. Er ist eine tiefgründige Erzählung über die menschliche Fähigkeit, in Zeiten der Demütigung und des Leids Zuversicht zu bewahren.

Eine Hommage an die Widerstandsfähigkeit Beiruts

Alameddine zeichnet ein vielschichtiges Porträt seiner Heimatstadt. Er beschreibt die engen Gassen, die geschäftigen Märkte, das bunte Treiben und die unerschütterliche Lebensfreude der Menschen. Gleichzeitig thematisiert er die politischen und gesellschaftlichen Konflikte, die Beirut immer wieder erschüttern. Der Roman ist eine Liebeserklärung an eine Stadt, die trotz aller Widrigkeiten niemals aufgibt.

Auszeichnung mit dem National Book Award

Die Auszeichnung mit dem National Book Award unterstreicht die literarische Qualität von Alameddines Werk. Die Jury lobte die „poetische Sprache und die eindringliche Darstellung einer Stadt im Ausnahmezustand“. Der Roman sei ein „Meisterwerk der Erzählkunst“, das den Leser tief berühre und zum Nachdenken anrege.

„Die wirklich wahre Geschichte von Radscha, dem Gutgläubigen (und seiner Mutter)“ ist nicht nur ein Buch über Beirut, sondern ein universelles Werk über die menschliche Erfahrung von Verlust, Hoffnung und der Suche nach Identität. Es zeigt, wie Literatur dazu beitragen kann, Traumata zu verarbeiten und neue Perspektiven zu eröffnen.

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