„Sonne und Beton“: Radikaler Berlin-Film im Zoo Palast
„Sonne und Beton“: Radikaler Berlin-Film im Zoo Palast

Am 7. Juli zeigt der Zoo Palast in Kooperation mit der Berliner Morgenpost den Film „Sonne und Beton“ in Anwesenheit von Regisseur David Wnendt, Autor Felix Lobrecht und den Hauptdarstellern. Der Film, der auf Lobrechts gleichnamigem Romandebüt von 2017 basiert, schildert das Leben von vier Jugendlichen in der Berliner Hochhaussiedlung Gropiusstadt während des Rekordsommers 2003.

Handlung und Atmosphäre

Im Mittelpunkt steht der 15-jährige Lukas (Levy Rico Arcos), der mit seinem arbeitslosen Vater und dem kleinen Bruder in Gropiusstadt lebt. Nach dem Tod seiner Mutter ist ihm nur eine Schneekugel als Erinnerung geblieben. Lukas versucht, Ärger zu vermeiden, wird aber immer wieder in Konflikte gezogen. Eine arabische Dealer-Gang fordert 500 Euro von ihm und nimmt seinen Rucksack mit der Schneekugel als Pfand. Zusammen mit seinen Freunden Sanchez (Aaron Maldonado Morales), Gino (Rafael Luis Klein-Heßling) und Julius (Vincent Wiemer) plant er einen Einbruch in die Schule, um die neu gelieferten Computer zu stehlen – mit desaströsen Folgen.

Authentizität durch Casting und Musik

Regisseur David Wnendt, bekannt für Filme wie „Kriegerin“, legte großen Wert auf Authentizität. Rund 500 Jugendliche wurden in ganz Deutschland gecastet, Komparsen direkt vor Ort in Gropiusstadt gesucht. Die Musik, vor allem Deutschrap von Künstlern wie Luvre47, Lucio101 und Olexesh, unterstreicht die Straßenatmosphäre. Luvre47, der selbst in Gropiusstadt aufwuchs, spielt im Film Lukas‘ älteren Bruder und steuert den Titelsong „Hinterm Block“ bei.

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Erfolg und Kontroversen

Nach seiner Premiere auf der Berlinale 2023 erreichte der Film innerhalb eines Monats über eine Million Zuschauer in den Kinos. Auch bei Netflix ist er ein Erfolg, obwohl der Streamingdienst ursprünglich forderte, kriminelle Figuren mit Migrationshintergrund durch Deutsche zu ersetzen. Lobrecht verhinderte dies: „Die wollten Neukölln politisch korrekt machen – meine Jugend so machen, dass sie in ihren politischen Film reinpasst“, sagte er in seinem Podcast. Der Film bleibt ein schonungsloses Porträt der Lebensrealität in prekären Verhältnissen, das ohne pädagogischen Zeigefinger auskommt.

Veranstaltungshinweis

Die Sonderaufführung am 7. Juli um 20 Uhr im Großen Saal des Zoo Palasts bietet die Gelegenheit, den Film gemeinsam mit dem Regisseur, dem Autor und den Hauptdarstellern zu erleben. Tickets sind begrenzt erhältlich.

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