Waldbrand bei Jüterbog: Feuer auf 30 Hektar ausgeweitet – Munition erschwert Löscharbeiten
Waldbrand bei Jüterbog auf 30 Hektar ausgeweitet

Der Waldbrand auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog im südwestlichen Brandenburg breitet sich weiter aus. Wie der Waldbrandschutzbeauftragte Raimund Engel am Nachmittag mitteilte, ist mittlerweile eine Fläche von mehr als 30 Hektar betroffen. Das entspricht etwa 40 Fußballfeldern. Es handelt sich um den bislang größten Waldbrand dieser Saison in Brandenburg.

Schwierige Löscharbeiten wegen alter Munition

Der Brand ereignete sich auf dem Gelände des ehemaligen Truppenübungsplatzes „Altes Lager“ im Landkreis Teltow-Fläming. Dort lagert noch alte Munition, was die Löscharbeiten erheblich erschwert. Stadtbrandmeister Rico Walentin erklärte: „Wir gehen davon aus, dass es sich im schlimmsten Fall noch über mehrere Tage hinziehen kann.“ Immer wieder seien Detonationen zu hören, so Walentin. Die Feuerwehr kann aufgrund der Kampfmittel nicht direkt an die Brandstellen heranrücken.

Schutzstreifen sollen Feuer eindämmen

Um das Feuer zu kontrollieren, setzen die Einsatzkräfte auf sogenannte Schutzstreifen – Flächen, auf denen nichts wächst, sodass das Feuer auf dem Sandboden „ausläuft“. Walentin zeigte sich optimistisch: „Das Feuer läuft zu den Schutzstreifen hin. Das spielt uns in die Karten. Das Konzept hat immer gegriffen.“ Entweder erlösche das Feuer dort von selbst oder die Einsatzkräfte könnten es dann löschen. Auch die erwartete höhere Luftfeuchtigkeit in der Nacht könnte helfen.

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Die Ursache des Waldbrandes, der am Freitag ausbrach, ist noch unklar. Anfangs war von einer Fläche von rund 2,5 Hektar die Rede. Die Bürgermeisterin von Jüterbog, Christiane Lindner-Klopsch (parteilos), beruhigte: „Es gibt keinen Grund zur Panik. Wir können damit umgehen.“

Drohne im Einsatz – kein Hubschraubereinsatz geplant

Eine Drohne ist zur Vermessung und Lageeinschätzung im Einsatz. 28 Einsatzkräfte der Feuerwehr sind vor Ort, unterstützt von Tanklöschfahrzeugen. Ein Löscheinsatz aus der Luft per Hubschrauber sei derzeit nicht sinnvoll, so der Stadtbrandmeister.

Die Trockenheit, Sonne und sommerliche Temperaturen halten voraussichtlich bis Sonntag an. In den meisten Landkreisen Brandenburgs herrscht eine hohe Waldbrandgefahr. Brandenburg gilt aufgrund ausgedehnter Kiefernwälder, geringer Niederschläge und leichter Sandböden bundesweit als besonders gefährdet.

Rückblick: Großer Waldbrand 2023

Bereits 2023 hatte es auf dem ehemaligen Militärgelände bei Jüterbog gebrannt – damals waren rund 700 Hektar betroffen. Die Feuerwehren waren etwa zwei Wochen im Einsatz. Der Chef der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg, Andreas Meißner, sprach damals von einem Rückschlag für die schützenswerte Natur.

Die Stiftung betreut das Gelände, das seit dem Abzug der sowjetischen Armee Anfang der 1990er Jahre als Wildnisgebiet fungiert. Dort wird auf forstliche Nutzung verzichtet, damit sich die Natur ungestört entwickeln kann. Neben Wäldern gibt es Heide und Sanddünen sowie seltene Tierarten wie Fischotter, Bechsteinfledermaus und Wiedehopf.

Fast in jedem Sommer brechen bei Jüterbog Waldbrände aus. Die aktuelle Lage bleibt angespannt, doch die Einsatzkräfte arbeiten mit Hochdruck daran, eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

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