Innovatives Millionenprojekt: Dessau setzt auf nachhaltige Fernwärme aus Bioabfällen
In Dessau-Roßlau steht ein wegweisendes Umweltprojekt vor der Realisierung. Das Biotech-Unternehmen Novocarbo aus Hamburg plant den Bau einer großindustriellen Anlage, die organische Materialien in hochwertige Kohle umwandelt. Besonders bemerkenswert ist die Nutzung der dabei entstehenden Prozesswärme für die Fernwärmeversorgung der Stadt.
Langfristige Partnerschaft für klimafreundliche Energie
Die Stadtwerke Dessau haben mit Novocarbo einen 15-jährigen Vertrag geschlossen, der die Lieferung der Abwärme aus dem Verkohlungsprozess regelt. Diese Wärme mit Temperaturen zwischen 600 und 700 Grad Celsius wird direkt in das bestehende Fernwärmenetz eingespeist und versorgt so tausende Haushalte in Dessau-Roßlau mit nachhaltiger Energie.
Die Vereinbarung wurde von Geschäftsführer Karl Reinhard Kolmsee (Novocarbo), Oberbürgermeister Robert Reck und Stadtwerke-Geschäftsführer Dino Höll unterzeichnet. Diese Kooperation markiert einen bedeutenden Schritt in der kommunalen Wärmewende und demonstriert das Engagement aller Beteiligten für innovative Klimaschutzlösungen.
Technologischer Prozess und Rohstoffbasis
Der sogenannte Carbon Removal Park nutzt ein spezielles Verfahren zur thermochemischen Umwandlung von organischen Reststoffen:
- Als Ausgangsmaterial dienen vor allem Hackschnitzel aus Altholz und Fruchtkerne
- Diese Bioabfälle werden unter Sauerstoffausschluss bei hohen Temperaturen behandelt
- Das Ergebnis ist stabile Pflanzenkohle, die vielfältig weiterverwendet werden kann
- Parallel entsteht die wertvolle Prozesswärme für die Fernwärmeversorgung
Dieser Kreislaufansatz verbindet Abfallverwertung mit Energieerzeugung und schafft so ein nachhaltiges Gesamtsystem. Die Anlage wird nicht nur zur Reduktion von CO₂-Emissionen beitragen, sondern auch lokale Wertschöpfung generieren.
Bedeutung für die regionale Energieversorgung
Das Projekt stellt einen Meilenstein in der Transformation der Dessauer Wärmeversorgung dar. Durch die Nutzung von bisher ungenutzten Bioabfällen reduziert die Stadt ihre Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und schafft eine lokale, kreislauforientierte Energiequelle. Die langfristige Vertragsbindung über 15 Jahre sichert Planungssicherheit für beide Partner und garantiert den Dessauern eine verlässliche Wärmeversorgung aus erneuerbaren Quellen.
Der Carbon Removal Park in Dessau zeigt beispielhaft, wie industrielle Innovationen mit kommunaler Infrastruktur verknüpft werden können, um sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Ziele zu erreichen. Dieses Modell könnte Vorbild für ähnliche Projekte in anderen Städten werden und trägt wesentlich zur Erreichung der Klimaschutzziele bei.



