Zuchterfolg in Schwerin: Erstmals seit elf Jahren wieder ein Tapir-Baby im Zoo
Zuchterfolg: Erstes Tapir-Baby seit elf Jahren in Schwerin

Zuchterfolg in Schwerin: Erstmals seit elf Jahren wieder ein Tapir-Baby im Zoo

Der Zoo Schwerin erlebt einen bedeutenden Zuchterfolg: In der Nacht zum Ostermontag hat das Tapirweibchen Chimera ein gesundes Jungtier zur Welt gebracht. Es handelt sich um das erste Mal seit dem Jahr 2015, dass bei den gefährdeten Flachlandtapiren wieder Nachwuchs im Schweriner Zoo geboren wurde.

Premiere für die Öffentlichkeit am Samstag

Am Samstag war das neugeborene Tapir-Mädchen erstmals kurz für die Besucher zu sehen. Viele Zoobesucher verfolgten beglückt und mit gezückten Fotoapparaten oder Handys dieses Premierenschauspiel, berichtet der Zoo. Allerdings ist es dem Jungtier noch zu kalt für längere Aufenthalte auf der Außenanlage – höhere Temperaturen und viel Sonnenschein werden benötigt, damit der kleine Tapir regelmäßig zu sehen sein kann.

Seltene Geburt in europäischen Zoos

Tapir-Geburten in europäischen Zoos sind äußerst selten. Europaweit wurden im vergangenen Jahr nur zwei Tapirgeburten gezählt, erklärt Zoosprecher Alexander Hamacher. Grund dafür sind vor allem die strengen Einschränkungen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms, das nur für ausgewählte Paare Nachzuchten genehmigt, um die genetische Vielfalt zu sichern.

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Die beiden Tapire im Schweriner Zoo wurden vor zwei Jahren in der Hoffnung auf Nachwuchs zusammengeführt. Sie stammen aus unterschiedlichen Regionen der Welt:

  • Vater Rio kam im November 2023 aus einem südamerikanischen Zoo in Französisch-Guayana nach Schwerin, um frisches Blut in den Genpool zu bringen.
  • Mutter Chimera kam ebenfalls 2023 aus einem französischen Zoo nach Schwerin. Mit 16 Jahren ist sie älter als der vierjährige Rio. Es ist ihr zweites Jungtier, allerdings das erste im Schweriner Zoo.

Das Jungtier: Ein Mädchen namens Maja

Seit diesem Wochenende steht das Geschlecht des Jungtieres fest: Es ist ein Mädchen und trägt den Namen Maja. Das neugeborene Tapir-Mädchen wiegt schätzungsweise sieben Kilogramm und erinnert in seiner Färbung an ein Wildschwein-Junges. Mit zunehmendem Alter wird das Fell eine grau-braune Farbe annehmen.

Zoodirektor Dr. Tim Schkora und sein Team sind über die Geburt des Jungtieres sehr erfreut. Die Mutter kümmere sich sehr gut um ihren Nachwuchs, betont der Zoo. Für uns als Zoo und das gesamte Zuchtprogramm ist die Geburt ein Erfolg, so Schkora.

Bedrohte Art mit besonderer Bedeutung

Tapire sind mit einem Gewicht bis zu 250 Kilogramm und einer Kopfrumpflänge von bis zu 220 Zentimetern die größten heimischen Säugetiere Südamerikas. Sie bewohnen tropische Tieflandregenwälder und Bergregenwälder bis in Höhen von 2.000 Metern. Die Weltnaturschutzunion IUCN hat den Flachlandtapir in der Roten Liste der bedrohten Arten als gefährdet eingestuft.

Die erfolgreiche Geburt in Schwerin ist daher nicht nur ein lokaler Zuchterfolg, sondern trägt auch zum Erhalt dieser bedrohten Art bei. Die Zusammenführung von Tieren aus unterschiedlichen genetischen Linien – wie im Fall von Chimera und Rio – ist ein wichtiger Schritt zur Sicherung der Artenvielfalt in Zoologischen Gärten.

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