Tierheim Altentreptow kämpft mit doppelter Katzen-Kapazität – Kastrationen als einzige Lösung
Tierheim Altentreptow: Doppelt so viele Katzen wie erlaubt

Tierheim Altentreptow: Doppelte Katzen-Kapazität überschritten

Bereits im Oktober 2022 schlug die Leiterin des Tierheimes Altentreptow Alarm, weil der Bestand an Katzen deutlich zu hoch war. Ihr Weckruf verhallte jedoch weitgehend ungehört. Heute, im März 2026, sind die Zahlen sogar noch dramatischer: 51 Katzen werden aktuell betreut – das sind fünf mehr als vor vier Jahren. „Unsere offizielle Kapazität liegt laut Veterinäramt bei 28 Katzen“, erklärt Silke Greier, die Leiterin des Tierheims. Von den 51 Tieren sind momentan 35 direkt im Tierheim untergebracht, der Rest wird als Freigängerkatzen oder bei Privatpersonen auf Außenstationen versorgt.

Kastration als einziger Weg gegen die Katzenschwemme

Die zentrale Frage bleibt: Was kann gegen diese anhaltende „Katzenschwemme“ getan werden? Ein Hauptproblem ist laut Greier, dass viele Bürger zwar gerne Katzen auf ihrem Grundstück sehen und sie füttern, sich aber nicht weiter um sie kümmern. „Die Folge ist eine ungebremste Vermehrung“, schildert sie. „Dagegen gehen wir mit der Kastration von wildlebenden und herrenlosen Katzen vor. Im vergangenen Jahr haben wir rund 150 Katzen kastrieren lassen.“

Die Kastrationen werden in der Regel von Tierarzt Hermann Kleindienst in Groß Teetzleben durchgeführt. Die Kosten belaufen sich auf 100 Euro für einen Kater und 150 Euro für eine Katze. Wie die Tierheimleiterin betont, liegen die Preise in Neubrandenburg sogar bei über 200 Euro. Diese Kosten führen jedoch zu einer weiteren Problematik für das Tierheim.

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Ausnutzung des Systems durch angebliche Finder

„Es kommen vermehrt angebliche Finder von Katzen zu uns, die die Tiere später kastriert wieder abholen, um Geld zu sparen“, berichtet Silke Greier. „Dabei erkennt man an Fellstruktur und Verhalten deutlich, ob es sich um eine echte Fundkatze oder um einen Freigänger handelt.“

Ein besonders deutlicher Fall ereignete sich im vergangenen Jahr: Eine Frau brachte eine Katze mit sieben Jungen ins Tierheim, angeblich habe das Tier ihre Terrasse zur Geburt genutzt. „Die Katze war jedoch äußerst zutraulich“, so Greier. „Als die Frau das Tier wenige Tage später kastriert abholte, freuten sich ihre beiden Kinder sichtlich, sie wiederzuhaben.“ Die Frau musste lediglich 100 Euro Vermittlungsgebühr zahlen. Aufgrund solcher Vorfälle überlegt das Tierheim nun, die Vermittlungsgebühr für Katzen zu erhöhen.

Finanzielle Belastung und Zusammenarbeit mit Anwohnern

Am vergangenen Mittwoch wurden erneut drei Katzen bei Tierarzt Kleindienst kastriert – zwei aus Mühlenhagen und eine aus Golchen. Die Kosten trägt das Tierheim, was die ohnehin angespannte finanzielle Situation weiter verschärft. Ein Teufelskreis entsteht: Werden Katzen aus Kostengründen nicht kastriert, vermehren sie sich unkontrolliert. Gleichzeitig stehen Katzen im Verdacht, Vogelnester auszurauben, was ökologische Probleme mit sich bringt.

Aus diesen Gründen ist dem Tierheim die Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung besonders wichtig. „Wir appellieren an alle Katzenliebhaber, ihre Tiere kastrieren zu lassen“, so Silke Greier. „Wir sind bereit, möglichst viele Kastrationen durchführen zu lassen, möchten aber nicht, dass dieses Angebot ausgenutzt wird. Zudem fehlen uns schlichtweg die finanziellen Mittel, um alle Kosten zu decken.“

Das Tierheim Altentreptow ist unter der E-Mail [email protected] sowie den Telefonnummern 03961/229946 und 0152/53105212 erreichbar.

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