Neue Rettungspläne für gestrandeten Buckelwal vor Wismar: Was bekannt ist und offene Fragen
Seit Wochen bewegt das Schicksal eines gestrandeten Buckelwals vor der Küste von Wismar die Öffentlichkeit. Seit dem 31. März liegt das Tier in etwa 1,50 Meter Wassertiefe vor der Insel Poel. Nach mehreren gescheiterten Rettungsversuchen wurde nun ein neuer privater Anlauf genehmigt, der in Kürze beginnen soll. Doch trotz der konkreten Planungen bleiben viele Fragen unbeantwortet.
Was über die Rettungsaktion bekannt ist
Am Mittwoch um 12.00 Uhr fiel die Entscheidung, einen privaten Rettungsversuch zu genehmigen. Dies teilte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) mit. Das Konzept sieht eine Bergung des lebenden Tieres und einen Transport in die Nordsee oder sogar bis in den Atlantik vor. Geplant und finanziert wird das Vorhaben von den Unternehmern Karin Walter-Mommert und Walter Gunz, wobei Gunz als Mediamarkt-Gründer bekannt ist und Walter-Mommert aus dem Pferdesport stammt.
Backhaus betonte, dass die alleinige Verantwortung bei den Unternehmern liege. Das Konzept wurde am Vorabend vorgelegt, von den Behörden geprüft und am Morgen noch einmal nachgebessert. Interessanterweise hatte Backhaus zuvor mehrfach erklärt, es sei das Beste, den gestrandeten Wal in Ruhe sterben zu lassen, was die Wende in der Strategie unterstreicht.
Die konkreten Schritte umfassen zunächst, dass Taucher am Nachmittag ins Wasser gehen, um Kontakt zu dem Tier aufzunehmen und es zu beruhigen. Backhaus sprach von „tierwohlstützenden und leidlindernden Maßnahmen“. Am Donnerstag sollen dann Luftkissen unter das Tier gebracht werden, um es schonend anzuheben. Dazu wird Schlick unter ihm weggespült. Der Wal soll anschließend auf einer Plane zwischen zwei Pontons gelagert und transportiert werden.
Wenn alles gut verläuft, könnte der Transport aus der Region am Freitag beginnen. Ein Schlepper soll die beiden Pontons bis in die Nordsee und den Atlantik ziehen, um den Wal dort freizulassen. Es ist erwähnenswert, dass das Deutsche Meeresmuseum nach eigenen Angaben nicht in das neue Konzept eingebunden war, obwohl dessen Direktor Burkard Baschek am Wochenende Zweifel an einer Lebendrettung geäußert hatte.
Was noch unklar ist
Trotz der detaillierten Planungen gibt es erhebliche Wissenslücken. Schwer einzuschätzen ist bislang, in welchem Gesundheitszustand der Wal derzeit ist und wie hoch seine Überlebenschancen bei einem solchen Vorhaben sind. Frühere Rettungsversuche waren gescheitert, und Fachleute hatten abgelehnte Pläne kritisiert, da sie noch mehr Stress und Leid für den Wal bedeutet hätten. Die Experten empfahlen ursprünglich, den Wal in Ruhe sterben zu lassen.
Unklar ist ebenfalls, wie lang ein solcher Transport dauern würde und wie viele Kräfte an der Rettung beteiligt sind. Die Kosten des neuen Rettungsversuchs sind bislang nicht bekannt, was angesichts der aufwändigen Logistik Fragen aufwirft. Nach Angaben von Backhaus gingen zahlreiche Konzepte für eine Bergung ein, doch wie viele es waren und wie diese genau aussehen, bleibt ebenfalls im Dunkeln.
Diese offenen Punkte zeigen, dass trotz des Engagements der privaten Initiative und der behördlichen Genehmigung viele Unsicherheiten bestehen. Die Situation unterstreicht die Komplexität von Tierrettungen in solchen Fällen und die Herausforderungen, die mit dem Wohl des Wals abgewogen werden müssen.



