Kolumbien plant Keulung von Escobars Flusspferden nach gescheiterten Umsiedlungen
Kolumbien will Escobars Flusspferde keulen

Kolumbien ergreift drastische Maßnahmen gegen Escobars Flusspferde

Die kolumbianische Regierung hat nach jahrelangen Debatten eine radikale Entscheidung getroffen: Rund 80 Flusspferde, die auf den ehemaligen Drogenbaron Pablo Escobar zurückgehen, sollen gekeult werden. Umweltministerin Irene Vélez Torres gab bekannt, dass alle bisherigen Versuche, die Tiere in Zoos oder Wildparks im Ausland unterzubringen – etwa in Mexiko, Indien oder auf den Philippinen – gescheitert sind. Das Umweltministerium arbeitet zwar weiter an Umsiedlungsplänen, doch die Dringlichkeit der Situation erfordert nun unmittelbare Maßnahmen.

Eine wachsende Bedrohung für das Ökosystem

Derzeit leben schätzungsweise 200 Flusspferde in Kolumbien, eine Zahl, die ohne Gegenmaßnahmen bis zum Jahr 2035 auf 1.000 Exemplare ansteigen könnte. Experten warnen, dass diese invasive Art das lokale Ökosystem massiv aus dem Gleichgewicht bringt. Insbesondere einheimische Arten wie Manatis und Flussschildkröten sind durch die Flusspferde gefährdet. Darüber hinaus zerstören die Tiere regelmäßig landwirtschaftliche Felder und stellen auch eine direkte Gefahr für Menschen dar, da sie in besiedelten Gebieten auftauchen.

Das Erbe des Medellín-Kartells

Die Geschichte dieser Flusspferde begann mit Pablo Escobar, dem berüchtigten Boss des Medellín-Kartells. Er importierte einst vier afrikanische Flusspferde für den privaten Tierpark auf seinem Luxusanwesen Hacienda Nápoles. Nach Escobars Tod im Jahr 1993, als er von Sicherheitskräften erschossen wurde, verfiel das Anwesen. Die Flusspferde entkamen in die umliegenden Wälder, wo sie sich ungehindert vermehrten und ihr Territorium kontinuierlich ausweiteten. Heute sind sie zu einem Symbol für die langfristigen Folgen von Escobars kriminellem Erbe geworden.

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Die kolumbianischen Behörden stehen nun vor der schwierigen Aufgabe, die Population unter Kontrolle zu bringen, um weitere ökologische Schäden zu verhindern. Während die Keulung als letztes Mittel angesehen wird, betont die Regierung, dass alle alternativen Lösungen ausgeschöpft wurden. Die Situation unterstreicht die komplexen Herausforderungen, die invasive Arten weltweit für die Biodiversität und die menschliche Sicherheit darstellen.

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