Wal-Drama in der Ostsee: Katamaran als letzte Hoffnung für gestrandeten Buckelwal Timmy
Katamaran als letzte Hoffnung für gestrandeten Buckelwal Timmy

Wochenlanges Wal-Drama in der Ostsee: Warum der Katamaran erst jetzt ins Spiel kommt

Das Schicksal des Buckelwals Timmy in der Ostsee bewegt seit Wochen die Gemüter. Nach mehreren gescheiterten Rettungsversuchen und dramatischen Strandungen hat der zuständige Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus (SPD), am Ostersonntag neue Hoffnungen geweckt. Er erwägt nun, den in Schlick feststeckenden Wal mit einem Spezialkatamaran zu bergen und in die Nordsee zu bringen.

Ein langer Leidensweg für den Meeressäuger

Das Drama um den Buckelwal begann bereits Anfang März mit seiner ersten Sichtung in der Ostsee. Zunächst verhedderte sich Timmy in einem Fischernetz, das nur teilweise entfernt werden konnte. Am 23. März strandete der Wal erstmals vor dem Timmendorfer Strand und musste mit einem Bagger befreit werden. Kurz darauf strandete er erneut in der Bucht von Wismar, konnte sich aber selbst freischwimmen. Seit dem 31. März steckt Timmy nun in der Bucht vor der Insel Poel fest – 60 Zentimeter tief im Schlick, bei sehr niedrigem Wasserstand.

Minister Backhaus: "Dem Tier darf nichts passieren"

Umweltminister Till Backhaus betonte gegenüber Medien: "Das Entscheidende ist, dass wir ein gesundheitliches Gutachten brauchen, dass er überhaupt eine Chance hat zu überleben. Dem Tier darf nichts passieren und es muss die Chance zum Überleben haben. Ihm geht es aber wirklich ganz schlecht, das muss man noch mal sagen." Die Experten hatten zuvor erklärt, es sei nichts mehr zu machen, doch das Angebot eines dänischen Katamarans mit Krananlage könnte die Situation verändern.

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Warum die Katamaran-Idee erst jetzt aufkommt

Claus Tantzen, Pressesprecher des Ministers, erklärte die zeitliche Verzögerung: "Zuvor war die Lage anders. Bei der Strandung in der Wismarer Bucht war der Wal in der Lage, sich selbst freizuschwimmen. Da war ein Katamaran nicht notwendig. Die Situation vor Poel ist jetzt anders." Der Wal stecke so tief im Schlick fest, dass er nicht alleine herauskomme. Allerdings sei der gesundheitliche Zustand des Tieres sehr kritisch, und eine Bergung würde erheblichen Stress verursachen.

Kosten-Nutzen-Abwägung und tierethische Fragen

Tantzen verwies auch auf finanzielle Aspekte: "Grundsätzlich wären andere, kostengünstigere Alternativen denkbar. Etwa die Bergung mit einem Schwimmponton mit Kran. Wir müssen natürlich auch berücksichtigen, dass die Mittel aus den Taschen der Steuerzahler stammen, und entsprechend verantwortungsvoll damit umgehen." Dennoch stehe das Wohl des Wals im Fokus aller Überlegungen. Am Dienstag sollen Experten den Wal untersuchen und seine Überlebenschancen bewerten.

Die geplante Rettungsaktion mit dem dänischen Katamaran GM 700 stellt einen letzten Versuch dar, das Leben des Buckelwals zu retten. Sollte das Gesundheitsgutachten positiv ausfallen, könnte die spektakuläre Bergungsaktion noch in dieser Woche starten – vorausgesetzt, Timmys Zustand erlaubt den stressigen Transport in sein eigentliches Zuhause, die Nordsee.

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