Verzweiflungstat am Tierheim-Tor: Mitarbeiter konnte nur fassungslos zuschauen
In Prenzlau hat sich eine erschütternde Szene abgespielt, die die Mitarbeiter des örtlichen Tierheimes am Erika-Kliemann-Weg 1 noch immer fassungslos zurücklässt. Ein Mann aus dem Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern setzte am Tor des Tierheimes eine Hündin in einer Transportbox mit Futter aus und rauschte davon, bevor die Mitarbeiter reagieren konnten.
Hundebox abgestellt und davongefahren
Ein langjähriger Mitarbeiter des Tierheimes befand sich gerade mit der kaukasischen Schäferhündin Gipsy im Auslauf und war am Eingangstor angelangt, als ein Fahrzeug mit VG-Kennzeichen an der Einfahrt hielt. Der Fahrer stieg aus und verkündete, eine Hündin abgeben zu müssen, da es sich um einen Notfall handle. Der Mitarbeiter erklärte, sich dazu telefonisch mit der Leiterin des Heimes verständigen zu wollen, während er gleichzeitig die temperamentvolle Gipsy beruhigen musste, die die andere Hündin im Auto offenbar witterte.
Während er das Handy bereits am Ohr hatte, bemerkte der Mitarbeiter, dass der Unbekannte das Tier in einer Transportbox und einen gelben Müllsack aus dem Auto lud und sofort ohne weitere Kontaktaufnahme davonbrauste. Mit Gipsy an der Leine und dem Schiebetor zwischen sich und dem Geschehen konnte er nur fassungslos dem Fahrzeug hinterherschauen. In den vielen Jahren seines Engagements im Tierheim habe er schon vieles erlebt, doch solch einen Vorfall habe er nie für möglich gehalten.
Tatbestand der Tierquälerei möglich
Als er nachschaute, entdeckte er in dem abgestellten Sack eine Leine und Hundefutter. Die Mitarbeiter nahmen sich der ausgesetzten Hündin an, die gechipt ist mit einer Registriernummer, die auf Rumänien als Herkunftsland hinweist. Am Halsband befindet sich eine Steuernummer der Stadt Pasewalk, wie Frauke Förster, Vorsitzende des Prenzlauer Tierschutzvereins und Leiterin des Tierheimes, auf Nachfrage schildert.
Die Informationen sind inzwischen an das Ordnungsamt der Stadt Pasewalk übermittelt worden, um die Besitzer der Hündin ausfindig zu machen. Ein Tier ohne Absprachen auszusetzen, sei nicht nur moralisch verwerflich, sondern ein Fall von Tierquälerei, der mit einem Bußgeld im fünfstelligen Eurobereich geahndet werden kann.
Kurzschlusshandlung gefährdet Leben
Frauke Förster betont, dass Tierhalter, die sich in einer Notsituation befinden, sich gerne beim Tierheim melden können, um Beratung und Unterstützung bei der Suche nach einer Lösung zu erhalten. Eine vermeintliche Kurzschlusshandlung wie diese sei verantwortungslos und riskiere schlimmstenfalls das Leben des Tieres, zumal sich Mitarbeiter nicht rund um die Uhr in der Einrichtung befinden.
Sie empfiehlt, zuerst nach Alternativen im eigenen Umfeld zu suchen, wie Nachbarn, Familienangehörige oder Bekannte, oder sich an spezialisierte Internetforen zu wenden. Eine Unterbringung im Heim bedeute Stress für die Tiere, die plötzlich ihr vertrautes Leben verlieren, was viel Leid verursache.
Das Tierheim Prenzlau ist unter der Telefonnummer 03984 8348614 erreichbar und bietet Hilfe für Tierhalter in Not an.



