Gestrandeter Buckelwal in Ostsee: Greenpeace sieht kaum Überlebenschancen trotz Rettungsaktion
Buckelwal in Ostsee: Greenpeace sieht kaum Überlebenschancen

Gestrandeter Buckelwal in der Ostsee: Private Rettungsaktion läuft, doch Prognosen sind düster

Die private Rettungsaktion für den vor der Ostsee-Insel Poel gestrandeten Buckelwal lief am Freitag weiter auf Hochtouren, doch die Umweltschutzorganisation Greenpeace äußert sich äußerst skeptisch zu den Überlebenschancen des Meeressäugers. Ein Sprecher der Organisation erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, die Wahrscheinlichkeit, dass der Wal lebend in die Nordsee gelangt und dort frei schwimmt, sei sehr gering. Stattdessen gehe man davon aus, dass das geschwächte Tier in den Gewässern ertrinken wird.

Mehrere Faktoren schwächen den gestrandeten Wal erheblich

Der tonnenschwere Buckelwal leidet unter einer Vielzahl gesundheitlicher Probleme, die seine Situation zunehmend prekär machen. Der aktuelle Ernährungszustand des Wals sei äußerst schlecht, da er keine Nahrung aufnehmen könne und hungere, so der Greenpeace-Sprecher. Zusätzlich belasten Reste eines Fischernetzes im Maul des Tieres, deren genaue Auswirkungen unklar sind – möglicherweise sind sie in die Haut eingewachsen oder wurden teilweise verschluckt.

Wissenschaftler vermuten zudem, dass sich Wasser in der Lunge des Wals angesammelt hat, was die Atmung erheblich beeinträchtigt und den Sauerstoffaustausch über die Lungenoberfläche stark einschränkt. Diese Komplikationen verschlimmern den ohnehin durch Hautkrankheiten geschwächten Zustand des Tieres. „Dieser Wal ist so schwach, dass er sich entschieden hat, dort liegenzubleiben“, betonte der Sprecher.

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Riskanter Transport und zurückhaltende Haltung von Greenpeace

Der geplante Transport des Wals in die Nordsee wird von Greenpeace als hochriskant eingeschätzt. „Ich weiß nicht, ob dieser Schleppverband den weiten Weg in die Nordsee übersteht – das ist nicht ohne“, äußerte sich der Sprecher besorgt. Aus diesem Grund beteiligt sich die Umweltschutzorganisation nicht an der Rettungsaktion, da nach ihren vorliegenden Informationen der Wal krank und stark geschwächt sei.

Bereits zuvor hatten Experten erklärt, dass dem geschwächten Buckelwal nicht sinnvoll geholfen werden könne und es das Beste sei, ihn in Ruhe und Würde sterben zu lassen. Das Tier strandete bereits mehrfach und liegt nun seit dem 19. Tag an derselben Position in der Kirchsee in der Wismarer Bucht fest.

Politische Entscheidung ermöglicht private Rettungsbemühungen

Überraschend erteilte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Mittwoch grünes Licht für den Rettungsversuch der privaten Initiative. Backhaus betonte jedoch, dass die Verantwortung für die neue Aktion komplett bei den Initiatoren liege, auch in finanzieller Hinsicht. Diese Entscheidung ermöglichte die Fortsetzung der Rettungsbemühungen, obwohl die Prognosen für das Überleben des Wals weiterhin äußerst ungünstig bleiben.

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