Biomüll-Selbstentzündung löst Großbrand auf Deponie in Edersleben aus
Biomüll-Brand durch Selbstentzündung in Edersleben

Biomüll-Brand auf Deponie in Edersleben: Feuerwehr im Großeinsatz

Auf einer Deponie zur Wertstoffaufbereitung in Edersleben im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt hat die Feuerwehr am Sonntag einen größeren Brand gelöscht. Nach aktuellen Erkenntnissen der Polizei in Halle (Saale) brannte im Freien gelagerter Biomüll, der sich mutmaßlich durch Selbstentzündung entfacht hatte.

Feuerwehr rückt mit acht Fahrzeugen und 50 Kräften aus

Der Brand wurde gegen 8.15 Uhr gemeldet, woraufhin die Feuerwehr mit einem beachtlichen Aufgebot anrückte. Insgesamt waren acht Fahrzeuge und rund 50 Einsatzkräfte im Einsatz, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Die Löscharbeiten konnten im Laufe des Vormittags erfolgreich beendet werden. Glücklicherweise wurden bei dem Vorfall keine Personen verletzt.

Wie kommt es zur Selbstentzündung von Biomüll?

Biomüll kann unter bestimmten Bedingungen tatsächlich von selbst in Brand geraten. Biologische Abfälle wie Lebensmittelreste, Grünschnitt und andere organische Materialien sind hochaktive Stoffgemische. Werden sie in großen Mengen gelagert, setzen Mikroorganismen – vor allem Bakterien und Pilze – einen Zersetzungsprozess in Gang. Dieser Abbau ist exotherm, das heißt, er setzt kontinuierlich Wärme frei.

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In einem kompakten, schlecht belüfteten Biomüllhaufen kann diese Wärme nicht entweichen und staut sich im Inneren auf. Laut dem Bayerischen Landesamt für Umwelt können die Temperaturen dabei auf 80 bis 100 Grad Celsius ansteigen. Fachleute warnen: Ab etwa 75 Grad besteht akute Selbstentzündungsgefahr, da sich das Material bei diesen hohen Temperaturen entzünden kann.

Hintergrund und Sicherheitsaspekte

Solche Vorfälle unterstreichen die Bedeutung einer fachgerechten Lagerung und Behandlung von Biomüll. Insbesondere bei Deponien und Wertstoffaufbereitungsanlagen müssen Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, um die Risiken einer Selbstentzündung zu minimieren. Dazu gehören:

  • Regelmäßige Kontrollen der Lagertemperaturen
  • Ausreichende Belüftung der Biomüllhaufen
  • Schulung des Personals für Notfälle

Der Brand in Edersleben zeigt, dass auch scheinbar harmlose Abfälle wie Biomüll bei unsachgemäßer Handhabung zu ernsthaften Gefahrenquellen werden können. Die schnelle Reaktion der Feuerwehr verhinderte hier Schlimmeres und unterstreicht die Wichtigkeit gut ausgerüsteter Einsatzkräfte in solchen Situationen.

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